Menschenrechtler: Iran will Widerstand von Minderheiten brechen

Im Iran leben zahlreiche ethnische und religiöse Minderheiten, die vom Regime unterdrückt werden. Im Schatten des wieder aufgeflammten Krieges mit den USA werde die Repression nun weiter verschärft, warnen Menschenrechtler.

Göttingen - Die neuerliche Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärft nach Einschätzung von Menschenrechtlern die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt“, sagte der Nahost-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido, am Donnerstag in Göttingen. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz sei es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken.

Die iranische Regierung verfolge, vertreibe und benachteilige ethnische und religiöse Minderheiten sowie Frauen und die Demokratie-Bewegung seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979, sagte Sido. Angehörige der kurdischen Bevölkerung im Nordwesten und Westen des Iran sowie der belutschischen Bevölkerung im Südosten befänden sich „im Dauerwiderstand“ gegen das Regime. In Iranisch-Kurdistan gebe es Zehntausende bewaffnete Kurden, die seit Jahren für ihre Freiheit kämpften.

Iran ist ein Vielvölkerstaat

„Ein Aufstand der Minderheiten in den Randgebieten könnte das Regime spürbar schwächen und zu einem landesweiten Aufstand gegen die Mullahs führen“, erläuterte Sido. Der Iran gilt als Staat, in dem zahlreiche Volksgruppen und Religionsgemeinschaften leben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker nennt die persische, aserische, kurdische, arabische, belutschische, turkmenische, armenische und assyrische Volksgruppe sowie die Religionsgemeinschaften der Schiiten, Sunniten, Baha'i, Christen, Zoroastrier, Juden und Ahl-e Haqq sowie die Sufi-Derwische. Nicht-Perser und Nicht-Schiiten machten dabei fast die Hälfte der etwa 93 Millionen Einwohner aus.

Gesellschaft für bedrohte Völker: www.gfbv.de

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