Krieg im Sudan: Hilfswerk warnt vor Katastrophe in Al-Obeid

Berlin. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat vor einem Zuspitzen der Krise in der umkämpften sudanesischen Stadt Al-Obeid gewarnt. Die Stadt stehe seit Monaten unter Beschuss, teilte das evangelische Hilfswerk am Montag in Berlin mit. Aufgrund von Drohnenangriffen auf Transportfahrzeuge komme es zu „enormen Versorgungsengpässen“ für die rund 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie die ähnlich vielen Vertriebenen in der Stadt.

In Al-Obeid spiele sich „vor unseren Augen eine weitere Tragödie ab, die das Leben vieler Menschen bedroht“, erklärte Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Sie warf der internationalen Politik vor, die Situation weitgehend zu ignorieren.

Eine Mahlzeit pro Tag

Besorgt äußerte sich auch eine Vertreterin der „Emergency Response Rooms“, einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe: Die Reserven seien aufgebraucht, viele Menschen könnten nur einmal pro Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen, sagte Duaa Tariq. Auch Strom gebe es nur noch für wenige Stunden pro Tag.

Al-Obeid, die Hauptstadt des Bundesstaats Nord-Kordofan, wird seit rund anderthalb Jahren von der paramilitärischen Miliz RSF belagert, die sich seit 2023 im Krieg mit der sudanesischen Armee befindet. Seit Juni fliegen die RSF vermehrt Drohnenangriffe auf die Stadt. Am Wochenende hat die Armee nach eigenen Angaben gemeinsam mit verbündeten Milizen die Straße von der Hauptstadt Khartum nach Al-Obeid zurückerobert. Damit werde eine wichtige Versorgungsroute wieder frei, berichtet das Onlineportal „Sudan Tribune“.

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