Berlin - Umweltverbände mahnen zum sogenannten Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) einen schonenderen Umgang mit Ressourcen an. „Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter“, erklärte der Kreislaufwirtschaftsexperte beim WWF Deutschland, Björn Schulz, am Dienstag. Laut dem „Global Footprint Network“ fällt der Erdüberlastungstag dieses Jahr auf den 30. Juli. Er markiert das Datum, an dem die Menschheit so viele natürliche Rohstoffe aufgebraucht hat, wie die Ökosysteme des Planeten jährlich erneuern können. Um den aktuellen Verbrauch zu decken, wären demnach etwa 1,73 Erden nötig.
Im vergangenen Jahr fiel der Tag auf den 24. Juli. „Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften“, sagte Schulz. Die Verschiebung sei eher auf aktualisierte Daten zurückzuführen. Der WWF fordere einen „entschlossenen Ausstieg aus fossilen Energien“.
„Globale Bankrotterklärung“
Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt kritisierte zum Erdüberlastungstag: „Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen. Wir sollten diese globale Bankrotterklärung aber vor allem als lauten Weckruf verstehen.“ Im Mittelpunkt müsse die Verringerung von Treibhausgasen stehen. Folgen der Klimakrise wie Dürren oder Starkregen vernichteten Ressourcen und beträfen viele Menschen.
