Weltkirchenrat verurteilt Drohnenangriff auf Kloster in Äthiopien

Bei einem Drohnenangriff auf ein Kloster in der äthiopischen Region Amhara sind Mitte Juli mehrere Zivilisten getötet worden. Der Weltkirchenrat fordert eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls und besseren Schutz für religiöse Stätten.

Genf, Addis Abeba - Der Weltkirchenrat hat einen tödlichen Drohnenangriff auf ein Kloster in Äthiopien Ende Juli verurteilt. „Der gemeldete Angriff auf eine Kultstätte sowie die Tötung und Verwundung von Zivilisten sind zutiefst beunruhigend und völlig inakzeptabel“, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der südafrikanische Pfarrer Jerry Pillay, am Dienstag in Genf: „Religiöse Einrichtungen und Zivilisten dürfen niemals ins Visier genommen oder in den Weg militärischer Operationen gebracht werden.“

Nach Angaben des Weltkirchenrates fand am 22. Juli ein Drohnenangriff auf das Abbay-Giyorgis-St.-Arsema-Unity-Kloster in der äthiopischen Region Amhara statt. Bei dem Angriff sollen zwei Zivilisten getötet und mehrere weitere verletzt worden sein, darunter Frauen, die sich versammelt hatten, um Essen für eine religiöse Gedenkfeier zuzubereiten. Laut der afrikanischen Nachrichtenagentur Apa News wird der Angriff lokalen Berichten zufolge den äthiopischen Streitkräften (ENDF) zugeschrieben. Die Umstände des Angriffs und die Identität der Verantwortlichen wurden jedoch nicht unabhängig überprüft.

Appell zum Ende der Gewalt

„Der Ökumenische Rat der Kirchen fordert eine unverzügliche, glaubwürdige, transparente und unparteiische Untersuchung dieses Vorfalls sowie die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen“, sagte Pillay. Alle Konfliktparteien in dem von Gewalt erschütterten Land müssten das humanitäre Völkerrecht achten und ihrer Verantwortung zum Schutz von Zivilisten und religiösen Einrichtungen nachkommen. Der ÖRK stehe in christlicher Solidarität mit der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche und dem äthiopischen Volk.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf, auch als Weltkirchenrat bekannt, ist ein Zusammenschluss von mehr als 350 Mitgliedskirchen in mehr als 120 Ländern. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber mit dem ÖRK zusammen.

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