Berlin/Caracas - In Venezuela haben am Dienstag (Ortszeit) Tausende Menschen für baldige Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener demonstriert. Zu den landesweiten Protesten hatte die oppositionelle Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado aufgerufen, wie die Oppositions-Zeitung „El Pitazo“ berichtete. Machado selbst veröffentlichte auf der Plattform X Fotos von mehreren Kundgebungen. Dazu schrieb sie: „Zeigen wir, dass wir gemeinsam und auf eigene Faust die Freiheit erlangen werden.“
Laut der oppositionellen Zeitung „Tal Cual“‘ hatte die Regierung für den gleichen Tag zu Demonstrationen zum 72. Geburtstag des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez aufgerufen. Daran beteiligten sich ebenfalls mehrere tausend Menschen. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez schrieb dazu auf dem Nachrichtendienst Telegram: „Sein Vermächtnis inspiriert uns dazu, uns weiterhin für eine Nation des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und des Wohlstands einzusetzen.“
Mehr als 370 politische Gefangene
Rodríguez regiert das Land, seitdem im Januar die USA den Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores festnahmen, um sie in New York vor Gericht zu stellen. Maduro war im Jahr 2013 auf den damals an Krebs verstorben Chávez gefolgt. Er regierte das Land zunehmend autoritär.
Entgegen ersten Ankündigungen der US-Regierung folgte auf Maduros Entmachtung bislang keine vollständige Freilassung der über 370 politischen Gefangenen. Auch eine Demokratisierung des Landes steht weiter aus. Derzeit haben die USA erneut Gespräche zwischen der Regierung und Teilen der Opposition auf den Weg gebracht, um einen demokratischen Wandel anzustoßen. Machado selbst nimmt nicht an den Verhandlungen teil.
