Banjul/Bamako - Amnesty International wirft bewaffneten Gruppen in Mali die Hinrichtung von mindestens 19 Soldaten vor und fordert Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen. Die Soldaten seien nach ihrer Gefangennahme im Gebiet Tabrichat in der Region Gao getötet worden, teilte Amnesty am Mittwoch mit dem Verweis auf die Analyse mehrerer Videos mit.
Die Aufnahmen zeigten, wie eine Gruppe malischer Soldaten nach einem Hinterhalt am 18. Juli durch die Wüste geführt wurden, hieß es. Anschließend hätten bewaffnete Männer auf am Boden liegende Personen geschossen. Die Soldaten seien außer Gefecht gewesen, „bevor sie misshandelt und wie bei einer Hinrichtung getötet wurden“, sagte Ousmane Diallo, Sahel-Experte von Amnesty International. Die Beweise für Kriegsverbrechen seien „unwiderlegbar“.
Söldner aus Russland
Zu dem Angriff hatten sich die in einer Koalition agierende Rebellengruppe FLA und die islamistische Terrorgruppe JNIM bekannt. Sie erklärten, einen gemeinsamen Konvoi malischer Streitkräfte und russischer Kämpfer des Afrikakorps, der Nachfolgeorganisation der Söldnergruppe Wagner, angegriffen zu haben. Die malische Armee hatte den Angriff vergangene Woche bestätigt, jedoch lediglich mitgeteilt, dass der Konvoi seine Fahrt mit der Unterstützung durch Luftangriffe fortgesetzt habe.
Amnesty International forderte eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe und rief FLA und JNIM dazu auf, mutmaßlich Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tötung von Menschen, die sich ergeben haben oder gefangen genommen wurden, verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht und kann als Kriegsverbrechen verfolgt werden. Mali wird seit einem Putsch von Militärs regiert.
