Darmstadt - Der PEN Deutschland hat die georgische Autorin Kato Javakhishvili (47) in das Stipendienprogramm Writers-in-Exil aufgenommen. Javakhishvili habe durch staatlichen Druck auf ihre Arbeit ihre Existenzgrundlage verloren, teilte der Schriftstellerverband am Mittwoch in Darmstadt mit. Nach massiven Drohungen habe sie bereits im vergangenen Jahr das Land verlassen und hielt sich in Rumänien auf. Inzwischen sei sie in Deutschland angekommen.
Die Georgierin setzt sich den Angaben zufolge in ihrer Prosa, der Lyrik und den Dramen unter anderem mit politischer Gewalt, historischer Erinnerung und mit Macht auseinander. Die für ihre proeuropäische Haltung bekannte Kulturaktivisten hat die Nichtregierungsorganisation Art & Society gegründet und Kulturprojekte organisiert. Die Autorin war zu internationalen Literaturfestivals und auch zur Frankfurter Buchmesse eingeladen, ihre Werke sind in acht Sprachen übersetzt.
Psychologische und emotionale Erfahrungen schreibend verarbeiten
Während ihres Stipendiums in Deutschland plant Javakhishvili laut Mitteilung, an einem autobiografischen Roman zu arbeiten. Darin wolle sie „die psychologische und emotionale Erfahrung untersuchen, das eigene Land unter Druck verlassen zu müssen und in einer fremden Umgebung zu versuchen, ein Gefühl des Selbst wiederherzustellen“.
Das Writers-in-Exile-Programm ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autoren, das vom Bundeskulturbeauftragten finanziert wird. Der PEN Deutschland stellt den Autorinnen und Autoren bis zu drei Jahre lang eine möblierte Wohnung sowie ein monatliches Stipendium zur Verfügung und bringt sie mit Verlegern in Kontakt. Seit 1999 wurden nach eigenen Angaben rund 90 Literaten in das Programm eingeladen.
