Nairobi, Kampala (epd). Die Welthungerhilfe schlägt angesichts einer anhaltenden Dürre im Nordosten Ugandas Alarm. Es seien bereits Menschen an Hunger gestorben. Dies sei „das traurige und sichtbarste Zeichen einer Krise, die sich seit Monaten verschärft“, sagte die Landesdirektorin der Hilfsorganisation für Uganda, Jeannette Wijnants, dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Nach Angaben der Welthungerhilfe ist die erste Anbausaison des Jahres in der Region Karamoja aufgrund einer Dürre weitgehend ausgefallen. Mindestens 19 Menschen seien an den Folgen von Hunger gestorben, hieß es mit Verweis auf Angaben der Regierung. Mehr als 30.000 Kinder seien akut mangelernährt.
Kinder werden zur Arbeit geschickt
Die Zahl der Menschen, die Unterstützung benötigten, steige, sagte Wijnants. Dennoch würden Programme zur Behandlung von akuter Mangelernährung eingeschränkt, weil finanzielle Mittel und lebenswichtige Hilfsgüter fehlten.
„Viele Familien können die Folgen von Hunger, wiederkehrenden Dürren, steigenden Lebensmittelpreisen und anhaltender Armut kaum noch bewältigen“, sagte die Welthungerhilfe-Landesdirektorin und berichtete von „extremen Bewältigungsstrategien“: Kinder müssten arbeiten, statt zur Schule zu gehen, Mädchen würden früh verheiratet - häufig im Tausch gegen Lebensmittel oder Vieh.
Vorbereitung auf El Niño
Die Welthungerhilfe stellt laut Wijnants 185.000 Euro aus ihrem Nothilfefonds bereit, um Menschen in der Region zu unterstützen. Zugleich bereite sich die Organisation bereits jetzt auf das für September erwartete Wetterphänomen El Niño vor. Dieses kann in Ostafrika zu starken Regenfällen und damit Überschwemmungen sowie Erdrutschen führen. Dürren und andere Extremwetterereignisse werden durch die Klimakrise verstärkt und treten häufiger auf.
