UN: Ebola-Bekämpfung hinkt Infektionsgeschehen hinterher

Fast 1.500 Menschen sind seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo gestorben. Die Vereinten Nationen äußern sich angesichts des rasanten Wachstums der Fälle besorgt.

Frankfurt a.M., New York (epd). Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo gerät laut den Vereinten Nationen zunehmend außer Kontrolle. Die Zahl der Fälle steige exponentiell und verdopple sich alle 20 Tage, sagte der Ebola-Koordinator der UN, Julien Harneis, am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in New York.

Dies sei ein schnelleres Wachstum „als unsere Antwort darauf“, sagte Harneis, der per Video aus der ostkongolesischen Stadt Bunia zugeschaltet war. Die Lücke zwischen der Epidemie und der Reaktion auf sie werde größer.

Konflikte erschweren die Eindämmung

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo war Mitte Mai entdeckt worden. Gegen die für die Epidemie verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung. Seit Jahren anhaltende Konflikte in der Region sowie ein unterfinanziertes Gesundheitswesen erschweren die Eindämmung zusätzlich. Laut den jüngsten Daten der kongolesischen Behörden wurden bisher 3.360 Fälle registriert. 1.487 Menschen starben demnach an Ebola.

Der amtierende Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramms, Carl Skau, mahnte mehr Aufmerksamkeit für die Krise an. Es handele sich um den bisher am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch. 1.000 Menschen seien innerhalb von zwei Monaten gestorben. In Westafrika habe dies acht Monate gedauert. In den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone erkrankten zwischen 2014 bis 2016 mehr als 28.000 Menschen, von denen rund 11.300 starben. Es war die bislang schlimmste Ebola-Epidemie.

Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende schwere Infektion, die über Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die frühen Symptome ähneln einem grippalen Infekt, im weiteren Verlauf kann es zu inneren und äußeren Blutungen, Krämpfen oder Atemnot kommen.

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