José Rubén Zamora Marroquín erhält Kesten-Preis des PEN

Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland ehrt einen verfolgten Journalisten und Verleger in Guatemala und die Menschenrechtsorganisation "Article 19". Beide kämpfen für die Freiheit des Wortes.

Darmstadt - Der Hermann-Kesten-Preis 2026 des PEN Deutschland geht an an den guatemaltekischen Journalisten und Verleger José Rubén Zamora Marroquín. „Zamora Maroquín hat sich trotz jahrelanger Einschüchterung, Verfolgung und Haft nicht davon abbringen lassen, sich für die Freiheit des Wortes einzusetzen“, lobte der PEN-Vizepräsident Najem Wali am Dienstag in Darmstadt. Mit dem Hermann-Kesten-Förderpreis wird die internationale Menschenrechtsorganisation „Article 19“ mit Sitz in London ausgezeichnet, die sich weltweit für Meinungs- und Informationsfreiheit einsetzt.

Beide Preise werden am 24. November im Staatstheater Darmstadt verliehen. Der Kesten-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert, der Förderpreis mit 5.000 Euro. Die Preisgelder werden vom hessischen Kulturministerium gestiftet. Die Laudatio auf Zamora Marroquín hält die frühere Leiterin des ARD-Hörfunkstudios Mexiko, Anne Demmer. Die Lobrede auf „Article 19“ hält die Chefredakteurin der „taz“, Ulrike Winkelmann.

800 Tage in Isolationshaft

José Rubén Zamora Marroquín gehört nach Angaben des PEN zu den bekanntesten investigativen Journalisten Guatemalas. 1996 gründete er die Zeitung „elPeriódico“, die zahlreiche Korruptionsfälle aufgedeckt habe. Zamora Marroquín und seine Redaktion seien über Jahre massiven Einschüchterungen und Drohungen ausgesetzt gewesen. 2022 sei er festgenommen worden, „elPeriódico“ musste 2023 das Erscheinen einstellen. Nach mehr als 800 Tagen in Isolationshaft sei Zamora Marroquín im Oktober 2024 aus einem Militärgefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt worden.

Der Hermann-Kesten-Preis wird seit 1985 und jährlich seit 1994 zum sogenannten „Writers-in-Prison“-Tag für besondere Verdienste um verfolgte und inhaftierte Autoren vergeben. Die Auszeichnung erinnert an den deutschen Schriftsteller und ehemaligen PEN-Präsidenten Hermann Kesten (1900-1996), der wegen seines jüdischen Glaubens und seiner politischen Gesinnung von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und sich später von den USA aus für verfolgte Künstler einsetzte.

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