Abancay/Caracas - In Venezuela hat die Nationalversammlung in einer Sondersitzung am Dienstag (Ortszeit) dem Erdöl-Abkommen mit den USA zugestimmt. Das am Freitag bekannt gewordene Abkommen sieht unter anderem vor, dass das private Erdölunternehmen North American Blue Energy Partners 17 neue Bohrfelder erschließen und über 100 Jahre nutzen darf. Die Erdölfelder haben ein geschätztes Reservoir von 65 Milliarden Barrel Öl, das entspricht rund einem Fünftel aller in Venezuela bekannten Erdölreserven. Mit dem Deal erhalten die USA 35 Prozent der Aktien des Unternehmens und erwarten durch die Förderung, den Ölpreis in den Vereinigten Staaten senken zu können.
Während der Debatte unterstrich Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, dass mit dem Abkommen Steuereinnahmen von insgesamt 200 Milliarden US-Dollar erwartet werden. „Wer sich dagegen stellt, der will nicht, dass wir Schulen bauen und die Löhne erhöhen“, sagte Rodríguez.
Kritik aus Kommunistischer Partei
Die oppositionelle Kommunistische Partei äußerte sich kritisch. „Wir befinden uns vor der größten Übergabe unseres nationalen Reichtums“, erklärte sie: „Das venezolanische Erdöl scheint sich zu einer strategischen Ressource zu entwickeln, die den Hegemonieansprüchen des US-Imperialismus dient.“
Anfang des Jahres hatten die USA den autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro bei einem militärischen Angriff abgesetzt und verschleppt, er steht in New York vor Gericht. Seitdem regiert die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Wirtschaftlich hat Rodríguez das Land gegenüber US-amerikanischen Konzernen geöffnet. Venezuela besitzt die weltweit größten Erdölreserven und ließ diese bislang hauptsächlich durch den staatlichen Ölkonzern PDSVA fördern.