Trump verschiebt freie Wahlen in Venezuela auf unbestimmte Zeit

Der US-Präsident sieht Venezuela noch nicht bereit für freie Wahlen. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez strebt diese indes an.

Abancay, Washington - Knapp neun Monate nach der Entführung des venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro mitsamt seiner Ehefrau Cilia Flores in die USA sind demokratische Wahlen in Venezuela in weite Ferne gerückt. Am Mittwoch (Ortszeit) erklärte US-Präsident Donald Trump laut dem US-Fernsehsender USA Today, das Land sei noch nicht bereit dafür. Er wisse aber, dass die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez baldige Wahlen wünsche und hoffe, dass dafür bald der Zeitpunkt komme.

Ebenfalls am Mittwoch sagte auch Rodríguez nach der Unterzeichnung umfangreicher Energieabkommen mit US-Konzernen während einer Pressekonferenz gemeinsam dem US-Energieminister Chris Wright, sie arbeite unaufhörlich für baldige Wahlen. Das Problem bestehe allerdings darin, „dass der Extremismus keine Vorteile in solchen großartigen Abkommen sieht, wie wir heute abgeschlossen haben“, berichtete der staatliche Fernsehsender VTV.

100-jährige Öl-Konzession an US-Unternehmen

Unter anderem vergibt Venezuela ein Viertel seiner Erdölreserven zur Ausbeutung über eine hundertjährige Konzession an ein US-Unternehmen. Teile der Opposition hatten dieses Abkommen als "eine Übergabe nationalen Reichtums” kritisiert. Neben dem Erdöl-Abkommen haben weitere internationale Konzerne Investitionen in Erdöl-Felder angekündigt und der US-Konzern General Electric Vernova soll das Stromnetz des staatlichen venezolanischen Öl-Konzerns PDVSA modernisieren. Details der Verträge sind nicht bekannt.

Seit der Absetzung Maduros durch die USA regiert seine ehemalige Vizepräsidentin Rodríguez. Trotz mehrmaliger Ankündigungen einer demokratischen Öffnung beschränkt sich diese bislang hauptsächlich auf eine Teilfreilassung politischer Gefangene und einer versprochenen Reform des Justizsystems. Venezuela besitzt die weltweit größten Erdölreserven und ließ diese bislang hauptsächlich durch den staatlichen Ölkonzern PDSVA fördern.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!