Lima/Bogotá - Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella hat einen „Marshallplan“ für das vom Erdbeben stark betroffene Departement Chocó vorgestellt. Mit einem ersten Investitionsvolumen von umgerechnet rund 270 Millionen Euro sollen die zentralen Verbindungswege der Region wiederaufgebaut und ausgebaut werden, sagte de la Espriella laut der Zeitung „El Tiempo“ am Montag (Ortszeit). Weitere Mittel seien von privaten Geldgebern bereitgestellt worden, um Unternehmen vor Ort mit Startkapital zu unterstützen.
Der Chocó grenzt im Norden Kolumbiens unmittelbar an Panama. Das Departement wurde am 10. August am schwersten von dem Erdbeben der Stärke 7,4 getroffen, bei dem laut offiziellen Angaben 331 Menschen ums Leben kamen.
Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik
Der seit Anfang August amtierende Präsident kündigte auch den Bau einer Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik an, über die per Eisenbahn oder Kanal Waren zwischen beiden Ozeanen transportiert werden könnten. Dies solle dem ärmsten Departement Kolumbiens langfristig wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.
„Im Chocó häufen sich Versprechen, die nie über das Papier hinausgingen. Heute bin ich nach Quibdó gekommen, um diese Geschichte zu ändern“, sagte de la Espriella in einer Ansprache, die er über die Plattform X verbreitete. Begleitet wurde er dabei von kolumbianischen Unternehmern, darunter Jaime Gilinski, der laut dem Magazin 'Forbes' als reichster Mensch Kolumbiens gilt. De la Espriella sagte, er rechne bei der Umsetzung seiner Pläne mit Investitionen dieser Unternehmer.
Das Erdbeben Anfang August ereignete sich nur drei Tage nach Amtsantritt des ultraliberalen Anwalts und Unternehmers de la Espriella. Danach war Kritik laut geworden, eine schlechte Amtsübergabe mit seinem linken Vorgänger Gustavo Petro habe die Reaktion der Katastrophenbehörden verlangsamt.