Bonn - Der August 2026 hat laut dem EU-Klimadienst Copernicus gleich mehrere Klima-Rekorde gebrochen: Er war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen und führt ganz knapp vor dem Juli 2023 auch die Liste der heißesten Monate überhaupt an, wie Copernicus am Donnerstag in Bonn mitteilte. Die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur habe bei 16,96 Grad Celsius und damit 0,85 Grad über dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020 gelegen. Damit sei es 0,01 Grad wärmer gewesen als im Juli 2023, dem bisher heißesten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Damals lag die globale Durchschnittstemperatur laut Copernicus bei 16,95 Grad Celsius. Die Klima-Fachleute stuften den Juli 2023 und den vergangenen August gemeinsam als die beiden wärmsten jemals gemessenen Monate ein. Das sei der Fall, wenn der Unterschied zwischen den Temperaturen bei weniger als 0,02 Grad liege, erläuterte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd).
1,5-Grad-Ziel kaum noch zu halten
Erstmals seit längerer Zeit wurde im vergangenen August auch wieder die für das Klimasystem wichtige 1,5-Grad-Grenze innerhalb eines Monats überschritten. Mit einer Erwärmung um 1,65 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (1850 bis 1900) habe die globale Durchschnittstemperatur über dem Plus von 1,5 Grad gelegen. Zuletzt sei das im November 2025 der Fall gewesen.
Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich vorgenommen, die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Grad zu stoppen. Bei einem dauerhaften Überschreiten drohen irreversible Schäden für das Klimasystem. Das Ziel gilt inzwischen jedoch kaum noch als erreichbar, ohne zumindest zeitweise darüber zu liegen.
Verbrennung fossiler Brennstoffe
Besorgt äußerten sich die Copernicus-Fachleute auch über Rekordwerte bei den Meeresoberflächen-Temperaturen. In den Ozeanen außerhalb der Polargebiete hätten diese im vergangenen Monat bei durchschnittlich 21,07 Grad Celsius gelegen, so hoch wie nie zuvor in einem August. Damit teile sich der August 2026 mit dem März 2024 den Rekord für die höchsten monatlichen Meeresoberflächen-Temperaturen.
Die Entwicklungen führen die Klima-Fachleute auf die Erderwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie das Klimaphänomen El Niño zurück. „Der August 2026 war ein bemerkenswerter Monat in der globalen Klimahistorie“, sagte Samantha Burgess, Leiterin für strategische Klimaforschung beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage. Die Beobachtungen zeigten, wie der Klimawandel Extreme sowohl in der Atmosphäre als auch in den Ozeanen vorantreibe.
Greenpeace: Raus aus Öl, Kohle und Gas
Greenpeace forderte angesichts der Daten eine konsequentere Klimapolitik der Bundesregierung. Die Kohlendioxid-Emissionen müssten „runter, so deutlich und schnell wie möglich“, erklärte Greenpeace-Klimaexpertin Mira Jäger am Donnerstag. Öl, Kohle und Gas müssten so schnell wie möglich ersetzt werden. Allein in Deutschland seien seit Juni knapp 16.000 Menschen durch die extreme Hitze gestorben, sagte Jäger. Hitzeschäden hätten das Land mindestens 36 Milliarden Euro gekostet. „Die Antwort auf diese schockierenden Zahlen darf kein Weiter-so sein.“
Copernicus veröffentlicht regelmäßig Daten zum Stand des Klimawandels sowie den globalen Temperaturentwicklungen. Der Klimadienst wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage bereitgestellt.