Perus neue rechte Regierung kündigt "ideologiefreie" Lehrpläne an

Perus Präsidentin Keiko Fujimori will die kritische Erinnerung an ihren Vater Alberto Fujimori, der das Land zehn Jahre autoritär regierte, aus dem Lehrplan streichen.

Santiago de Chile, Lima - In Peru hat die rechtsgerichtete Präsidentin Keiko Fujimori einen Umbau der schulischen Lehrpläne angekündigt. Unter anderem solle ‘jegliche Ideologie’ aus dem Unterrichtsprogramm gestrichen werden, erklärte Fujimori am Montag (Ortszeit) laut der Zeitung „La República“. Bildungsminister José Antonio Chang führte aus, „Genderideologien“ sollten in den Schulen keinen Platz mehr haben.

Auch soll im Zusammenhang mit der massiven staatlichen Gewalt während der Regierungszeit von Fujimoris Vater Alberto nicht mehr von „Bürgerkrieg“, sondern von „Kampf gegen den Terror“ die Rede sein. Neu in den Lehrplan soll die „Vermittlung gesellschaftlicher Werte“ kommen.

Massaker gegen die Landbevölkerung

Alberto Fujimori wurde 1990 zum Präsidenten gewählt, er löste 1992 das Parlament auf und regierte fortan bis ins Jahr 2000 autoritär. Die im Land agierende linksterroristische Guerilla „Leuchtender Pfad“ bekämpfte er mit harter Gewalt. Das Militär verübte dabei mehrere Massaker gegen die Landbevölkerung. Zivilisten litten häufig sowohl unter der Gewalt des „Leuchtenden Pfades“ als auch des Militärs.

Keiko Fujimori regiert das Land seit Ende Juli. Sie setzte sich bei den Präsidentschaftswahlen mit dem Versprechen künftiger Sicherheit und politischer Stabilität knapp durch. Sie bestreitet bis heute jegliche Menschenrechtsverletzungen durch ihren Vater, der als Auftraggeber zweier Massaker im Jahr 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde. Er starb im Jahr 2024 in Freiheit, nachdem er zuvor auf Druck von Keiko Fujimori begnadigt wurde.

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