Nairobi/Kinshasa - Bergarbeiter in den von der M23-Miliz kontrollierten Minen im Kongo sind Folter und Zwangsarbeit ausgesetzt. Das geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor, der am Montag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi veröffentlicht wurde. Die Rebellen plünderten Rohstoffe wie Gold und Coltan in großen Mengen im Osten der Demokratischen Republik Kongo und schmuggelten sie ins Nachbarland Ruanda, das die Miliz den Vereinten Nationen zufolge unterstützt.
„Mineralien, die mit den Menschenrechtsverletzungen der M23 in Verbindung stehen, sind in den elektronischen Geräten von Millionen Menschen weltweit enthalten“, heißt es in dem Bericht. Die Rebellen seien verantwortlich für summarische Hinrichtungen, Folter, Misshandlungen, willkürliche Inhaftierungen, Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung. Die Bergleute müssten teilweise länger als eine Woche lang unter Tage arbeiten. Wer Befehle nicht ausführe, müsse im schlimmsten Fall mit tödlicher Gewalt rechnen.
Boykott von Rohstoffen aus Ruanda gefordert
„Die von Ruanda unterstützten M23 begehen entsetzliche Menschenrechtsverletzungen - die möglicherweise Kriegsverbrechen darstellen“, erklärte Amnesty-Generalsekretärin Agnes Callamard. Durch die Gewalt sollten die Menschen, die in den und rund um Minen leben und arbeiten, in Angst versetzt und bestraft werden, während Mineralien über die Grenze nach Ruanda geschmuggelt würden, das von der Ausbeutung profitiere.
Für den Bericht hat Amnesty 26 Interviews geführt sowie Fotos und Videos aus der Region rund um das Coltan-Abbaugebiet Rubaya und das Gold-Abbaugebiet Lomera ausgewertet. Die Menschenrechtsorganisation rief Unternehmen auf, keine Rohstoffe aus Ruanda zu kaufen, solange Ruanda ihre Herkunft nicht offenlege.
Im Ostkongo kämpfen seit Jahrzehnten die Armee und unterschiedliche Milizen um die Macht und Kontrolle über Rohstoffe, die unter anderem für Smartphones und E-Mobilität benötigt werden. Seit Anfang 2025 kontrollieren die M23-Rebellen mit Unterstützung Ruandas große Teile der Regionen Nord- und Süd-Kivu.