Frankfurt a.M., Oslo - Hilfswerke, die Journalistenorganisation CPJ, aber auch die Internationale Raumstation stehen in diesem Jahr auf der Nobelpreis-Favoritenliste des Osloer Friedensforschungsinstituts Prio. An oberster Stelle rangieren bei den am Dienstag veröffentlichten Empfehlungen des amtierenden Prio-Direktors Haakon Gjerløw das Kinderhilfswerk „Save the Children“ und Mykola Kuleba, die Gründerin des Hilfswerks „Save Ukraine“.
Sollten sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden, wäre das die Anerkennung des Einsatzes für den Schutz von Kindern in Kriegen und Konflikten, erklärte Prio. An zweiter Stelle folgen die Nothilfe-Komitees im Sudan. Die sudanesischen Nachbarschaftshilfen, die sogenannten „Emergency Response Rooms“, liefern mit sehr geringen Ressourcen lebensrettende Hilfe in einer der schlimmsten Hunger- und Vertreibungskrisen weltweit.
Signal an polarisierte Welt
Auch das Komitee zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten (CPJ) mit Sitz in den USA sieht Prio als preiswürdig. In einer Zeit, in der die Pressefreiheit unter enormem Druck stehe, würde der Friedensnobelpreis für die Organisation eine starke Botschaft senden, erklärte das Institut.
Weiter schafften es der Internationale Gerichtshof und der Internationale Strafgerichtshof auf die Favoritenliste. Internationale Grundlagen, ganz besonders das Völkerrecht, seien unverzichtbar in einer zunehmend polarisierten Welt, betonte Prio. An fünfter Stelle führt das Institut die Internationale Raumstation ISS an: Ihre Auszeichnung würde die Bedeutung multilaterale Kooperation vor Augen führen.
Bekanntgabe am 9. Oktober
Der Friedensnobelpreis, gestiftet vom schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896), wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht. Wer ihn in diesem Jahr bekommt, soll am 9. Oktober verkündet werden. Im vergangenen Jahr wurde die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado ausgezeichnet.