Äthiopien: Hunderte Verletzte in Konfliktregion Tigray

Die äthiopische Tigray-Region war vor wenigen Jahren Schauplatz eines Krieges. Seit Kurzem wird wieder gekämpft, hunderte Menschen wurden zuletzt verletzt.

Nairobi, Addis Abeba - Hunderte Menschen sind im eskalierenden Konflikt in der äthiopischen Tigray-Region innerhalb weniger Tage verletzt worden. Dies teilte die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ am Dienstag mit. Allein vom 22. bis 25. September hätten Mitarbeitende mehr als 700 Verwundete in drei von der Organisation unterstützten Krankenhäusern behandelt. Im Krankenhaus in der Stadt Alamata musste die Arbeit vorerst eingestellt werden, weil das Kriegsgeschehen die Stadt erreicht hatte.

Die Bevölkerung werde bedroht durch die erneuten Kämpfe zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und der nationalen Armee, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“. Auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung sei gefährdet. Von 2020 bis 2022 herrschte in der nordäthiopischen Region ein Krieg, in dem Schätzungen zufolge Hunderttausende Menschen getötet wurden.

EU kritisiert Einsatz von Drohnen

Am Montag hatte das Rote Kreuz 161 Personen aus der Regionalhauptstadt Mekelle evakuiert. Es habe sich um Beamte der Nationalen Polizei sowie Angestellte der staatlichen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines und deren Familien gehandelt, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit.

Seit vergangenem Mittwoch hat von der TPLF gestellte Regionalverwaltung Tigrays mit dem bewaffneten Arm der TPLF die Flughäfen unter ihrer Kontrolle. Flüge aus der Hauptstadt Addis Abeba in die Region wurde daraufhin eingestellt.

An mehreren Fronten wird aktuell Berichten zufolge weiterhin gekämpft. Die Europäische Union äußerte sich am Montag „zutiefst besorgt“ über die schnelle Eskalation der Lage sowie über Drohnenangriffe der äthiopischen Armee auf Ziele in Tigray in den vergangenen Wochen. Die EU stellte 61 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Äthiopien bereit, die allerdings auch Folgen des Wetterphänomens El Niño lindern sollen.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!