Frankfurt a.M., Bamako - Die malische Armee und die russische Söldnergruppe Wagner haben laut Amnesty International zwischen 2023 und 2025 Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung begangen. Bei gemeinsamen Einsätzen seien an sieben Orten entlang der Grenze zu Mauretanien mindestens 34 Zivilistinnen und Zivilisten getötet worden, teilte die Menschenrechtsorganisation zur Veröffentlichung eines Berichts am Dienstag mit.
Der Bericht mit dem Namen „Nul n'est épargné“ („Niemand bleibt verschont“) dokumentiert weitere schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die internationalen Menschenrechte, darunter Folter und Plünderungen. Die Vorfälle ereigneten sich demnach bei gemeinsamen Einsätzen der malischen Streitkräfte und Wagner in den Regionen Ségou, Mopti und Timbuktu. Zeugen berichteten etwa vom Tod von fünf Menschen infolge von Folter und schlechter Haftbedingungen.
Flüchtlinge in Mauretanien befragt
Für den Bericht waren insgesamt 119 malische Flüchtlinge in Mauretanien befragt worden. Besonders betroffen seien Angehörige der nomadisch und pastoral lebenden Bevölkerungsgruppen der Fulbe, Araber und Tuareg, die unter anderem aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit der Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen verdächtigt würden.
Amnesty forderte eine unabhängige Untersuchung der Angriffe. Das russische private Militärunternehmen Wagner war von Ende 2021 bis Juni 2025 in Mali im Einsatz. Mit dem Tod von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin wurde die Gruppe in das Afrikakorps eingegliedert, das wiederum direkt dem Kreml untersteht. Die malische Regierung, die seit zwei aufeinanderfolgenden Putschen von Militärs geführt wird, hat die Vorwürfe bislang nicht kommentiert. Malis Sicherheitslage ist seit Jahren von Kämpfen zwischen Regierungstruppen und verschiedenen dschihadistischen und anderen bewaffneten Gruppen geprägt.