Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea eskalieren

Nairobi. Die diplomatischen Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea eskalieren. Am Donnerstagabend veröffentlichte das äthiopische Außenministerium ein Statement, das Eritrea direkte und indirekte feindliche Handlungen vorwirft. Weiter hieß es, dass die äthiopische Botschaft in Eritrea geschlossen werde. Eritreische Diplomaten in Äthiopien wurden zu unerwünschten Personen erklärt und angewiesen, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen.

Eritrea warf Äthiopien im Gegenzug vor, seit drei Jahren die Souveränität des kleinen Landes am Horn von Afrika anzugreifen, um einen Meerzugang zu bekommen. Eritrea stelle nun alle diplomatischen Beziehungen mit Äthiopien ein, hieß es in der entsprechenden Erklärung.

Sorge in Afrikanischer Union

Die Afrikanische Union äußerte sich besorgt. Sie rief zu Zurückhaltung auf und mahnte zu friedlichem Dialog. Auch ein ägyptischer Diplomat wurde von Äthiopien des Landes verwiesen.

Zuletzt ist in der Region Tigray im Norden Äthiopiens, an der Grenze zu Eritrea, der Konflikt zwischen der nationalen Armee und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) wieder blutig aufgeflammt. Der Tigray-Krieg von 2020 bis 2022 hatte Hunderttausenden Menschen das Leben gekostet. „Ärzte ohne Grenzen“ meldete inzwischen wieder Hunderte bei neuen Kämpfen Verletzte in Krankenhäusern der Region.

Die äthiopische Regierung wirft Eritrea vor, die TPLF sowie eine neu gegründete Allianz bewaffneter Oppositionsgruppen zu unterstützen. Diese hat den Sturz der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed zum Ziel erklärt.

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