Berlin/New York - Die US-Regierung wirft dem in New York inhaftierten ehemaligen venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores nun auch Folter vor. Bei einem Gerichtstermin am Donnerstag (Ortszeit) führte die Staatsanwaltschaft laut „New York Times“ neben den bisher bekannten Anklagepunkten des „Drogenterrorismus“ auch die Verschwörung zur Folter von venezolanischen und US-amerikanischen Staatsbürgern auf. Dem gestürzten Präsidenten und seiner Frau wird demnach vorgeworfen, seit dem Wahlsieg von Maduros Vorgänger Hugo Chávez im Jahr 1999 Folter von Oppositionellen überwacht und in Auftrag gegeben zu haben.
In ihrem Anklageschreiben, dass die „New York Times“ veröffentlichte, erklärte die Staatsanwaltschaft, Maduro und Flores seien Teil eines Regimes gewesen, dass sich durch den Handel mit Kokain bereichert und dafür mit Drogenkartellen sowie in Kolumbien aktiven Guerillas zusammengearbeitet habe. Die Folter sei auch gegen einzelne US-Bürger gerichtet gewesen. Ein Antrag auf Hafterleichterung wegen schlechten Gesundheitszustands von Flores und Maduro wurde abgelehnt.
US-Militäroperation im Januar
Maduro wurde 2013 als Nachfolger des an Krebs verstorbenen Chávez zum Präsidenten gewählt. Er und Flores waren zuvor enge Vertraute von Chávez und regierten zunehmend autoritär. Demonstrationen gegen die Regierung wurden mit brutaler Gewalt unterdrückt.
Maduro und Flores wurden im Januar in einer Militäroperation der USA in Venezuela gefangen genommen und in die USA gebracht. Seitdem regiert in Venezuela die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez unter Schirmherrschaft der USA. Die neue Regierung und US-Präsident Donald Trump haben mehrmals eine politische Öffnung des Landes angekündigt. Baldige Neuwahlen wurden allerdings bislang ausgeschlossen. Die Menschenrechtslage bleibt laut den Vereinten Nationen schlecht, es herrscht weiter Repression gegen die Opposition.
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