Costa Rica: Erstes Mega-Gefängnis eröffnet

In der neuen Einrichtung sollen 5.100 Gefangene auf engem Raum zusammenleben, nach dem Vorbild El Salvador. Dort werden immer wieder menschenunwürdige Haftbedingungen kritisiert.

Berlin/San José (epd). In Costa Rica ist das erste Mega-Gefängnis nach dem Vorbild von El Salvador eröffnet worden. In der Haftanstalt sollen bis zu 5.100 Gefangene auf engem Raum eingesperrt werden, wie die Zeitung „El Periódico“ am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Das „Zentrum für Hochsicherheitshaft und organisierte Kriminalität“ sei auf Mitglieder krimineller Banden und deren Führungspersonen ausgerichtet.

Dabei kopiert der Gefängniskomplex in der Nähe der Hauptstadt San José den Stil des Mega-Gefängnisses Cecot in El Salvador. In mit Gittern abgetrennten Gefängniszellen mit dreistöckigen Metallpritschen sollen mehrere dutzend Gefangene zusammenleben.

Gewalt in Costa Rica zuletzt deutlich gestiegen

Costa Rica werde durch das neue Gefängnis sicherer werden und „weltweit als Vorbild für die Sicherheit im Strafvollzug gelten“, sagte Präsidentin Laura Fernández laut der Zeitung „La República“ bei der Eröffnung. Die seit Mai amtierende konservative Staatschefin des mittelamerikanischen Landes kündigte zugleich eine Reise nach El Salvador an, um sich mit dem dortigen Präsidenten Nayib Bukele über die Sicherheitsstrategie des Landes auszutauschen.

Bukele ist international immer wieder in der Kritik, weil seine Regierung bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität massiv die Menschenrechte missachtet. Zwar konnte er die Kriminalität erheblich reduzieren, doch Kritikerinnen und Kritiker werden verfolgt und die Gefangenen, die teils ohne ordentliches Gerichtsverfahren für Jahre festgehalten werden, sind laut Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International Misshandlung und Folter ausgesetzt

In Costa Rica hat in den vergangenen Jahren die Gewalt zugenommen. Mit einer offiziellen Tötungsrate von 16,7 Personen pro 100.000 Einwohner war 2025 das Jahr mit den zweithöchsten Gewaltraten nach 2023. 2016 lag die Rate noch bei 11,8.

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