Rotes Kreuz: Hungerkrise im Nordosten Nigerias verschärft sich

Bewaffnete Konflikte, Klimaschocks und wirtschaftliche Not verschärfen den Hunger im Nordosten Nigerias. Besonders betroffen sind Kleinkinder sowie schwangere und stillende Frauen.

Dakar/Abuja (epd). In Nigeria ist die Zahl der mangelernährten Menschen laut dem Roten Kreuz erheblich gestiegen. Innerhalb eines Jahres hätten sich im Nordosten des Landes bei 18 Prozent mehr Menschen Folgen von ungenügender und unausgewogener Nahrung gezeigt, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag mit. Zwischen Januar und September seien in Gesundheitszentren und Krankenhäusern, die vom IKRK unterstützt werden, knapp 20.000 Fälle von Mangelernährung registriert worden, im Vergleich zu 17.000 im Vorjahreszeitraum.

Besonders betroffen seien Kleinkinder sowie schwangere und stillende Frauen. Vor allem in Mubi im Bundesstaat Adamawa war laut IKRK ein starker Anstieg zu verzeichnen. Dort nahm die Zahl der Fälle von Mangelernährung um knapp ein Viertel auf rund 5.700 zu. Als Reaktion hat das Rote Kreuz unter anderem Saatgut verteilt, das für Dürre und Überschwemmungen geeignet ist. Eine Mischung aus Sorghum, Hirse, Sojabohnen, Erdnüssen und Moringa, bekannt als „Tom Brown“, habe zudem mehr als 13.000 Kleinkindern geholfen, sich von mittelschwerer akuter Unterernährung zu erholen.

Laut UN womöglich über 34 Millionen Hungernde

Vor allem im Nordosten Nigerias erschweren bewaffnete Konflikte, Klimaschocks und wirtschaftlicher Druck den Zugang zu Nahrungsmitteln. Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage könnten viele Bauern ihre Felder nicht mehr gefahrlos bewirtschaften, was die Ernährungssicherheit verschlechtert.

In Nigeria, der drittgrößten Volkswirtschaft Afrikas, haben sich die Folgen von 15 Jahren Konflikt messbar auf das allgemeine Hungerniveau ausgewirkt. Nach Angaben der Vereinten Nationen dürften 2026 mehr als 34 Millionen Menschen nicht ausreichend Nahrung für ihre Familien haben. Das wäre der höchste Wert seit sechs Jahren.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!