Frankfurt a.M. - Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl hat gefordert, keine Familien und schutzbedürftigen Menschen in Asyl-Grenzverfahren an der Einreise nach Deutschland zu hindern. Hinter den seit Juni geltenden neuen Regelungen stehe „ein System der Verantwortungslosigkeit“, erklärte Pro Asyl am Freitag in Frankfurt am Main unter Berufung auf Vorgänge am Berliner Flughafen BER in Schönefeld.
Tempo und Abschreckung zählten in den neuen Grenzverfahren mehr als Menschenrechte, kritisierte Pro Asyl: „Asylsuchende gehören nicht hinter Zäune und Mauern.“ Grenzverfahren müssten ganz abgeschafft werden. Familien mit Kindern und besonders Schutzbedürftige müssten schon jetzt davon ausgenommen werden.
Medizinische Untersuchung nicht sichergestellt
Nach Angaben von Pro Asyl wurde in Grenzverfahren am Berliner Flughafen inzwischen mehreren Personen erst per Gerichtsbeschluss die Einreise gestattet, weil deren medizinische Versorgung nicht sichergestellt gewesen sei. Zuständig für das Grenzverfahren sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Einrichtung werde von der zentralen Ausländerbehörde von Brandenburg betrieben.
