Nairobi/Addis Abeba - Die äthiopische Zentralregierung hat eine Übergangsverwaltung für die Region Tigray eingesetzt. Sie solle die Lage in der Region stabilisieren und grundlegende staatliche Dienstleistungen und Infrastruktur wiederherstellen, erklärte die Zentralregierung am Freitag. Im Laufe der kommenden sechs Monate sollen außerdem demokratische Wahlen abgehalten werden, damit die Region wieder in die föderalen Strukturen Äthiopiens eingebunden werden könne.
Seit Ende August ist in der nordäthiopischen Region Tigray ein Krieg zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und der nationalen Armee wieder aufgeflammt. In den vergangenen Wochen hat die äthiopische Armee den Großteil der Städte in Tigray unter ihre Kontrolle gebracht, die Front verschiebt sich zunehmend in Richtung der eritreischen Grenze. Zuletzt hatte es nach dem Krieg in Tigray von 2020 bis 2022 eine Übergangsverwaltung gegeben, die bis Anfang dieses Jahres im Amt war, am 1. Mai aber von der TPLF abgesetzt wurde.
Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea
Zwischen Äthiopien und Eritrea herrschte zuletzt von 1998 bis 2000 Krieg, danach war die Lage lange weiter anspannt. Nach dem Amtsantritt des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed 2018 gab es eine Aussöhnung, Eritrea kämpfte im Tigray-Krieg an der Seite der Zentralregierung. Doch nun wirft Äthiopien Eritrea vor, die Rebellen in Tigray militärisch zu unterstützen. Eritrea weist die Vorwürfe zurück und wirft dem Nachbarland vor, einen Angriffskrieg vorzubereiten, um einen Zugang zum Meer zu bekommen.
Äthiopien ist ein Binnenland und mit knapp 140 Millionen Einwohnerinnen und Einwohners das afrikanische Land mit der zweitgrößten Bevölkerung. Auch in anderen Regionen im Land kämpfen bewaffnete Oppositionsgruppen gegen die Zentralregierung.
