Rom, Genf - Aufgrund internationaler Mittelkürzungen kann das Welternährungsprogramm nur noch rund die Hälfte der Menschen im Gaza-Streifen unterstützen. Das sei kurz vor Winteranfang rund eine halbe Million Bedürftige weniger als im vergangenen Jahr, teilte die UN-Organisation am Montag in Rom mit.
Bislang habe das WFP 1,6 Millionen Kinder, Frauen und Männer mit Lebensmittelpaketen, Mehl, Brot, warmen Mahlzeiten und Schulspeisen versorgt. Fortan könne das WFP nur noch 1,1 Millionen Menschen helfen. Das WFP habe zudem die Lebensmittelrationen um die Hälfte gekürzt. Familien, die Nahrungsmittelhilfe erhalten, bekommen den Angaben nach nur noch ein Lebensmittelpaket statt zwei und einen kleineren Sack Weizenmehl. Insgesamt leben im Gaza-Streifen etwas über zwei Millionen Menschen, die fast alle Hilfe brauchen.
Mahlzeiten und Bargeldhilfe reduziert
Die Zahl der vom WFP bereitgestellten warmen Mahlzeiten sei von 250.000 auf 150.000 pro Tag reduziert worden. Familien, die in schwer erreichbaren Gebieten leben, darunter auch in der Nähe der „gelben Linie“ der israelischen Militärkontrolle, erhalten laut WFP ab sofort jeden zweiten Tag statt täglich eine warme Mahlzeit. Ebenso habe das WFP den Wert der Bargeldhilfe für 75.000 Familien gekürzt.
Die USA, Deutschland und andere wohlhabende Länder hatten ihre Zuwendungen für internationale humanitäre Hilfe teilweise drastisch eingeschränkt. Das WFP braucht nach eigenen Angaben für die Hilfe im Gaza-Streifen und dem Westjordanland rund 450 Millionen US-Dollar für die kommenden sechs Monate. Doch für das gesamte 2026 hat das Programm einem Sprecher zufolge bisher lediglich 40 Prozent des Bedarfs erhalten. Zudem blockiert Israel weitgehend die Hilfe für den Gaza-Streifen, was die Unterstützung der Bevölkerung durch die Hilfsorganisationen weiter erschwert.
