Frankfurt a.M., Nairobi - Kurz vor der Weltklimakonferenz in der Türkei zeichnen die Vereinten Nationen ein düsteres Bild für die Temperaturentwicklung auf der Erde: Beim Festhalten am derzeitigen Kurs sei mit einer Erderwärmung um bis zu 2,8 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit noch in diesem Jahrhundert zu rechnen, heißt es in dem am Mittwoch vorgestellten Bericht des UN-Umweltprogramms Unep. Damit würde die international vereinbarte Marke von 1,5 Grad Celsius weit überschritten.
Selbst wenn die von den Staaten vorgelegten nationalen Klimaschutzbeiträge, die sogenannten „Nationally Determined Contributions“ (NDCs), vollständig umgesetzt würden, würde die Temperatur den Annahmen zufolge um bis zu 2,6 Grad steigen. Die Prognose habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr unter anderem wegen des Ausstiegs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen noch verschlechtert, erklärte das Unep mit Sitz in Nairobi.
„Alle Register ziehen“
Um die Welt wieder auf Kurs zu bringen, sich dem 2015 in Paris vereinbarten Ziel anzunähern, müsse der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase dringend und streng gesenkt werden. Konkret fordert der „Emissions Gap Report 2026“, dazu die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent zu reduzieren - jeweils im Vergleich zum Niveau von 2025.
Der derzeit zu starke Ausstoß von Emissionen bedeute noch nicht, dass die Welt aufgeben müsse, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. „Wir können ihn immer noch so gering und so kurz wie möglich halten.“ Der neue Unep-Bericht „zeigt uns, was dafür nötig ist“.
Unep-Exekutivdirektorin Inger Andersen mahnte: „Wir müssen alle Register ziehen.“ Jedes zusätzliche Bruchteil eines Grads und jedes weitere Jahr der Erwärmung über der 1,5-Grad-Marke verstärke Folgen wie tödliche Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände.
Die 31. Weltklimakonferenz COP31 findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt.
