Genf - Das Hilfswerk UNHCR zeigt sich besorgt über das prekäre Schicksal von mehr als 65.000 größtenteils afrikanischen Flüchtlingen und Asylsuchenden im Jemen. Die Menschen seien Opfer einer sich rapide verschlimmernden humanitären Krise in dem Kriegsland, warnte UNHCR-Sprecher Matthew Saltmarsh am Freitag in Genf.
Gewalt, der wirtschaftliche Zusammenbruch und schwindende Ressourcen bedrohten die Geflüchteten. Besonders alarmierend sei die Lage im Flüchtlingslager Charas in der südwestlichen Provinz Lahidsch, in dem rund 9.500 Flüchtlinge aus Somalia und Äthiopien lebten. Das Camp liege in einem von der Regierung kontrollierten Gebiet, nur einige Dutzend Kilometer von den Kampfhandlungen entfernt. Granatenangriffe in der Nähe hätten die Versorgung beeinträchtigt. Unter den Familien herrsche Angst und Verzweiflung.
Flucht vor Konflikten und Armut
Obwohl der Jemen seit Jahren von Konflikten geprägt sei und eine der weltweit am längsten andauernden humanitären Krisen erlebe, kämen weiterhin Flüchtlinge auf dem Seeweg in das Land auf der arabischen Halbinsel, erklärte das UNHCR. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden demnach mehr als 134.000 Asylsuchende und Migranten registriert.
Viele flüchteten laut UNHCR vor Konflikten, Verfolgung und Armut am Horn von Afrika, um über den Jemen in andere Länder weiterzureisen. Im Jemen herrscht Krieg zwischen den Huthi-Rebellen und der Regierung. Während die Huthi vom Iran unterstützt werden, erhält die Regierung Hilfe aus Saudi-Arabien.
