Krieg in Afghanistan
Um ihre Enkel und Waisen aus ihrer Familie zu beschützen, greift diese 70-jährige Afghanin zur Waffe.
Krieg in Afghanistan

Verzweifeltes Hoffen auf Frieden

In Afghanistan verhandeln die USA erstmals direkt mit den aufständischen Taliban. Ob das den Krieg beendet, ist fraglich, denn viele Kräfte im Land profitieren von der Gewalt.

Nachmittags sitzt Laila Haidari, die Eigentümerin des Restaurants Taj Begum in der Hauptstadt Kabul, oft mit Zigarette und Handy am Tisch gleich neben dem Eingang. Sie scrollt durch ihren Twitteraccount, um sich über die aktuellen Ereignisse im Land zu informieren, während sie das überwiegend männliche Personal des Restaurants managt. Daneben besitzt und leitet sie noch ein Schuhgeschäft. Haidari fährt ein billiges Auto, das sie für die Verwaltung des Mother Camps für Frauen und Männer braucht; hier erhalten drogenabhängige Frauen und Männer eine Behandlung. 

###bild-3-31###Da sie fürchtete, ihren Lebensstil nicht aufrechterhalten zu können, hat die Unternehmerin und Frauenrechtsaktivistin einen weiteren Ehrenamtsposten angenommen: nämlich den der Frauenkoordinatorin bei der Loya Jirga, Afghanistans traditioneller Großer Ratsversammlung. Die afghanische Regierung hatte die Versammlung Ende April einberufen, um mit den Teilnehmenden über einen möglichen Deal mit den Taliban zu beraten. „Das ist kein Friedensprozess“, sagt Haidari, eine alleinerziehende Mutter. „Hier werden Frauen ausgeschaltet. Es ist ein Krieg gegen Frauen.“

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erschienen in Ausgabe 7 / 2019: Multilaterale Politik: Zank auf der Weltbühne

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