DR Kongo
 Im Januar 2019 überreicht Joseph Kabila die Präsidentenschärpe an Félix Tshisekedi. Der hat sich nun gegen seinen Vorgänger gewandt, dem er das Amt verdankt. 

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DR Kongo

Der Strippenzieher wird kaltgestellt

Seit Félix Tshisekedi 2018 Präsident der Demokratischen Republik Kongo wurde, zog sein Amtsvorgänger im Hintergrund die Fäden. Nun aber hat er dessen Lager geschickt gespalten, selbst die Kontrolle übernommen und dem Land eine neue Chance eröffnet.

Das Jahr 2020 ist für den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, großartig verlaufen. Innerhalb eines Jahres konnte er seine beiden größten politischen Rivalen loswerden: den vorherigen Staatspräsidenten Joseph Kabila sowie Vital Kamerhe, seinen eigenen Stabschef. Kamerhe ist Vorsitzender einer Partei, die zusammen mit Tshisekedis Partei dessen politische Plattform „Kurs auf den Wandel“ (CACH) bildet.

Tshisekedi war Anfang 2020 nicht nur in einer Koalition mit beiden Rivalen und ihren jeweiligen politischen Parteien. Er hatte mit Kabila und Kamerhe auch vereinbart, dass er bei den Präsidentschaftswahlen 2023 nicht wieder antreten würde. Jetzt sitzt Kamerhe im Gefängnis, verurteilt zu zwanzig Jahren Haft wegen seiner Rolle in einem Korruptionsskandal. Und Kabila hängt in den Seilen und muss darum kämpfen, sein Parteienbündnis „Gemeinsame Front für den Kongo“ (FCC) zusammenzuhalten und politisch relevant zu bleiben.

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erschienen in Ausgabe 4 / 2021: Abholzen, abbrennen, absperren

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