Vietnam
 Edelholz wird jetzt ­illegal aus Kambodscha nach Vietnam transportiert – hier per Mofa in der Provinz Ratanakiri Anfang 2019.

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Vietnam

Exportierte Abholzung

In Vietnam boomt die Möbelindustrie und mit ihr der Holzimport, der in Laos und Kambodscha große Waldschäden verursacht hat. Eine Reform mit Hilfe Europas soll nun gegensteuern.

Der Handel mit Holz aus dubiosen Quellen verursacht seit vielen Jahren schwere Probleme in vielen Ländern. Gleichzeitig werden immer größere Anstrengungen unternommen, ihn zu bekämpfen. Vietnam steht heute im Zentrum sowohl des illegalen Holzhandels als auch der Bemühungen, ihm entgegenzuwirken. Das Land hat nach achtjährigen Verhandlungen 2018 ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union (EU) unterzeichnet, in dem es sich verpflichtet, kein illegal geschlagenes Holz nach Europa zu exportieren.

Die holzverarbeitende Industrie Vietnams hat sich im Laufe des vergangenen Jahrzehnts zur größten in Südostasien entwickelt; im Jahr 2020 haben ihre Exportumsätze 2,5 Milliarden US-Dollar erreicht. Und die vietnamesische Regierung hat noch ehrgeizigere Exportziele für die Branche formuliert: 20 Milliarden US-Dollar bis 2025. Das Land gilt inzwischen als Hauptstandort für die Herstellung von Möbeln mittlerer Qualität in Südostasien und ist in diesem Sektor zu einem bedeutenden Konkurrenten für China geworden. EU-Importeure halten die vietnamesische Möbelindustrie für technisch weiter als die in den meisten anderen asiatischen Produktionsländern. Sie hat zudem den Ruf, immer besser Erzeugnisse nach hohen europäischen und US-amerikanischen Standards und nach wechselnden Moden liefern zu können. Deutschland hat im Jahr 2020 für 120 Millionen US-Dollar Möbel aus Vietnam importiert.

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erschienen in Ausgabe 4 / 2021: Abholzen, abbrennen, absperren

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