Nachhaltigkeit
Braunkohletagebau - nicht gerade nachhaltig.jpgBraunkohletagebau Garzweiler in NRW: Die entwicklungspolitische Zivilgesellschaft fordert den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

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Nachhaltigkeit

Agenda 2030: Mehr deutsche Nabelschau als Weitsicht 

Gäbe es Noten für die Beiträge der Staaten zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, so würde Deutschland sich selbst vermutlich ein „befriedigend“ geben. Die Benotung durch andere hingegen tendiert zu „mangelhaft“. 

Im Juli hat die Bundesregierung beim UN-Nachhaltigkeitsforum (HLPF) in New York ihren Staatenbericht vorgelegt. Sowohl in dieser Analyse als auch in der Praxis betreibe Berlin zu viel Nabelschau, lautet die zentrale Kritik etwa des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (Venro). Zudem vernachlässige die Bundesregierung die Folgen deutschen Handelns für Länder des globalen Südens.

Die stellvertretende Venro-Vorsitzende Luise Steinwachs erinnerte daran, dass die Agenda 2030 ein Versuch ist, die gemeinsame Verantwortung der Staatengemeinschaft für den Zustand und die Zukunft dieser Welt zu formulieren und Wege für eine global nachhaltige und gerechte Entwicklung zu zeigen. Diese Vision bleibe in der Realität und im Fortschrittsbericht auf der Strecke, trug Steinwachs beim HLPF die zivilgesellschaftliche Stellungnahme von Venro, dem Forum Umwelt und Entwicklung, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und den Jugenddelegierten für Nachhaltige Entwicklung vor. Die Bundesregierung nehme für sich in Anspruch, die Agenda 2030 sei das Leitbild der deutschen Politik, doch dafür fehle es an politischer Kohärenz, globaler Solidarität und wirksamen Beiträgen zur Bewältigung der vielfältigen Krisen.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2021: Die langen Schatten der Gewalt

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