Die langen Schatten der Gewalt

Heft 9 / 2021

Wenn lange Krieg und Gewalt herrschten, scheint ein Miteinander auch nach dem Friedensschluss kaum möglich. Wie finden Gesellschaften wieder zusammen, deren Mitglieder sich Schreckliches angetan haben? Ob Strafverfahren oder Wahrheitskommission, Sühne oder Versöhnung: Wichtig ist, alle Seiten zu hören und das Geschehene zu erinnern.
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Last der Vergangenheit

Heftschwerpunkt

Nach Gewaltkonflikten gehen Gesellschaften ganz unterschiedlich mit ihrer Vergangenheit um. Der Weg, den sie wählen, prägt das weitere Zusammenleben entscheidend. 
Die 17-jährige, wissbegierige Rahila ist einem Anschlag des Islamischen Staates zum Opfer gefallen. Die trauernde Familie will den Kreislauf von Gewalt und Rache durchbrechen – mit einer Bibliothek. 
In Myanmar hat das Militär den Übergang zur Demokratie im Februar abgebrochen und wieder die Macht ergriffen. Frühere Verbrechen der Armee wurden nie aufgearbeitet. Hat das dem Putsch Vorschub geleistet?
Rund 35 Jahre nach dem Genozid an der indigenen Bevölkerung Guatemalas arbeiten Menschenrechtsorganisationen allen Widerständen zum Trotz gegen das Vergessen und für eine Kultur des friedlichen Miteinanders.
Im Libanon sind heute die Kriegsführer von einst an der Macht; die Gesellschaft hat ihre blutige Vergangenheit nie verarbeitet. Einige ehemalige Kämpfer wollen das ändern. Der Ehemann unserer Autorin ist einer von ihnen
Im Mai hat der Internationale Strafgerichtshof den Ex-Kommandeur der Lord’s Resistance Army Dominic Ongwen wegen Gräueltaten in Norduganda zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Unter Opfern, die weiter unter den Kriegsfolgen leiden, sind die Meinungen darüber geteilt. 

Welt-Blicke

Ein regenbogenfarbiges Boot aus alten Flipflops und Flaschen zeigt, wie man in Ostafrika Plastik recyceln kann. Die Erbauer fordern, die Verbote von Einwegplastik auch durchzusetzen.
Die meisten Goldschürfer in Ghana arbeiten ohne Lizenz. Würde die Regierung mehr auf ihre Bedürfnisse achten, dann käme das nicht nur den Bergleuten zugute, sondern auch der Umwelt.
Im Flüchtlingslager Kakuma im Norden von Kenia leben mehr als 200.000 Menschen. Die Pandemie trifft viele hart – vor allem weil Hilfsorganisationen ihnen ihre Jobs gekündigt haben.
Kolumbien hat im Freihandelsabkommen mit den USA 2012 zugesagt, die Rechte von Arbeitskräften zu schützen. In der Hafenstadt Buenaventura aber geht der Handel auf Kosten der Schwachen.

Bewegungsmelder

Mit Christina Ihle, Geschäftsführerin des Afghanischen Frauenvereins, haben wir vor der Machtübernahme Kabuls durch die Taliban gesprochen.
Nur durch einen tiefgreifenden Umbau der Wirtschaft ist es möglich, der Zerstörung unseres Planeten Einhalt zu gebieten. Das Bewusstsein dafür ist vor der Bundestagswahl gestiegen, meint Pirmin Spiegel.

Journal

Gäbe es Noten für die Beiträge der Staaten zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, so würde Deutschland sich selbst vermutlich ein „befriedigend“ geben. Die Benotung durch andere hingegen tendiert zu „mangelhaft“. 
Österreich zieht sich aus der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Himalaya-Königreich Bhutan zurück. Die jahrzehntelange Kooperation beider Länder ist eine Erfolgsgeschichte.
Das neue Zentrum für Sport und Menschenrechte in Genf soll die Menschenrechtslage im Sport verbessern. Das Auswärtige Amt der Schweiz hat bei der Gründung eine Vorreiterrolle gespielt. 
Die Lage der Menschenrechte weltweit war 2020 nicht zuletzt von der Corona-Pandemie geprägt. Die EU bescheinigt sich selbst, viel Gutes getan zu haben. Kritische Punkte wie den Umgang mit Flüchtlingen spart sie aus.
Eine-Welt-Aktivisten und ihre Vereine in den ostdeutschen Bundesländern werden teilweise direkt von Rechtsradikalen und Neo­nazis bedroht. Sie wünschen sich mehr Solidarität aus dem Westen.
Togo ist seit Juni das siebte Reformpartnerland der Bundesregierung in Afrika. Die Zusammenarbeit soll Wirtschaftsreformen und Investitionen voranbringen. Doch die Bilanz der Reformpartnerschaften fällt am Ende der Legislaturperiode bestenfalls gemischt aus.
Martin Bröckelmann-Simon, ein Urgestein der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, verlässt Misereor und geht in den Ruhestand. Martin Griffiths ist neuer Koordinator für Nothilfe bei den Vereinten Nationen. Und die Alliance Sud sucht eine neue Geschäftsleitung. Unsere Personalmeldungen im September.
Die weltweite Corona-Pandemie hat von den Hilfswerken einen Mehraufwand in der Projektarbeit gefordert. Zugleich sind sowohl bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) als auch bei der Kindernothilfe (KNH) im vergangenen Jahr die Spendeneinnahmen gestiegen.
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