Kleinbergbau
 Schürfen mit einfachsten Mitteln: Die Mehrheit der Bergleute in Ghana arbeitet im Kleinbergbau.

Zohra Bensemra/Reuters 

Kleinbergbau

Goldgruben für die Starken

Die meisten Goldschürfer in Ghana arbeiten ohne Lizenz. Würde die Regierung mehr auf ihre Bedürfnisse achten, dann käme das nicht nur den Bergleuten zugute, sondern auch der Umwelt.

Etwa hundert Millionen Menschen in fast 80 Entwicklungsländern bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Kleinbergbau: Sie fördern mit einfachen technischen Mitteln und oft unreguliert mineralische Bodenschätze. Gold wird in Ghana schon seit über 2000 Jahren im Kleinbergbau gefördert. Heute übertrifft die Jahresförderung des Landes mit 4,8 Millionen Feinunzen (136 Tonnen) selbst die Südafrikas, des zuvor größten Produzenten des Edelmetalls auf dem Kontinent; auf der Weltrangliste der Goldfördernationen nimmt Ghana Platz acht ein. Dabei wird selten beachtet, dass mehr als ein Drittel des ghanaischen Golds aus Kleinbergbau stammt, von dem dort etwa 4,5 Millionen Menschen leben, das sind 12 Prozent der Bevölkerung. Über 60 Prozent aller Arbeitsplätze im Bergbau Ghanas entfallen auf diese Art der Goldförderung.

Trotz dieser großen Bedeutung für die Wirtschaft des Landes und die Sicherung des Lebensunterhalts vieler Einwohner auf dem Land ist der Kleinbergbau in Ghana weitgehend unreguliert. Zudem schädigt er durch den Einsatz giftiger Chemikalien Böden, Wälder und Gewässer. Dies liegt vor allem daran, dass die ohnehin schwachen Vorschriften nicht durchgesetzt werden.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2021: Die langen Schatten der Gewalt

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