Personalia
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Wer, wo, was?

Martin Bröckelmann-Simon, ein Urgestein der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, verlässt Misereor und geht in den Ruhestand. Martin Griffiths ist neuer Koordinator für Nothilfe bei den Vereinten Nationen. Und die Alliance Sud sucht eine neue Geschäftsleitung. Unsere Personalmeldungen im September.

 Gisela Schneiderprivat
Die Tropenärztin Gisela Schneider, langjährige Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen, hat im Juli den Landesverdienstorden Baden-Württemberg verliehen bekommen. Der Orden wird in der Regel einmal jährlich an Personen verliehen, die sich auf besondere Weise im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich verdient gemacht haben. Das Difäm setzt sich weltweit für eine gerechte Gesundheitsversorgung ein; Gisela Schneider leitet das Institut seit 2007. Davor hat sie mehr als 20 Jahre in Afrika gelebt und gearbeitet, unter anderem in Gambia als Ärztin. In Uganda baute sie an der Universität von Kampala ein Ausbildungsprogramm für Ärzte zur Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Infektionskrankheiten auf. Seit vielen Jahren unterstützt sie die Arbeit des Friedensnobelpreisträgers Denis Mukwege gegen sexualisierte Gewalt im Kongo.

Alliance Sud

 Mark HerkenrathDaniel Rihs
Das Netzwerk Schweizer Entwicklungsorganisationen Alliance Sud sucht einen neuen Geschäftsleiter. Mark Herkenrath, seit 2015 auf diesem Posten, ist Ende Juli ausgeschieden und widmet sich nun neuen Aufgaben. Herkenrath war seit 2008 bei Alliance Sud.

Fastenopfer

Bereits Ende April hat Matthias Dörnenburg die Bereichsleitung Kommunikation beim Schweizer Hilfswerk Fastenopfer abgegeben und widmet sich nun der Ökumenischen Kampagne. Seine Nachfolgerin ist Maggie Pfister, bisher Abteilungsleiterin Services, Information & Produktionen. Diesen Posten hat Mischa von Arb übernommen.

Afghanischer Frauenverein

 Christina Ihleprivat
Christina Ihle ist vom Vorstand des Afghanischen Frauenvereins zur ersten Geschäftsführerin des Vereins überhaupt bestellt worden. Die 52-jährige Journalistin hat vorher 18 Jahre für die Hilfsorganisation CARE Deutschland gearbeitet, unter anderem als Pressesprecherin. Der Afghanische Frauenverein arbeitet seit 29 Jahren für Wiederaufbau und Frieden in Afghanistan. Ihle soll den ehrenamtlichen Vereinsvorstand entlasten. 

Vereinte Nationen

Der Brite Martin Griffiths ist neuer Koordinator für Nothilfe bei den Vereinten Nationen. Der 70-Jährige folgt auf Mark Lowcock, der seit 2017 auf diesem Posten war und künftig unter anderem als Gastwissenschaftler beim Center for Global Development in Washington D.C. tätig sein wird. Griffiths war als Diplomat bei UNICEF und bei verschiedenen britischen nichtstaatlichen Organisationen tätig. 2018 wurde er zum UN-Sonderbeauftragten für den Jemen ernannt.

KfW-Entwicklungsbank

Katharina Heiß leitet neu das Team Vergabe-, Vertrags- und Kreditmanagement. Sie war zuletzt als Portfoliomanagerin im Team Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung/SIAB tätig.

Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)

Henrik Maihack leitet seit Juni das Referat Afrika der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Politikwissenschaftler ist seit zehn Jahren für die Stiftung tätig, unter anderem als Leiter der FES-Auslandsbüros in Bangladesch, Südsudan, Ruanda sowie zuletzt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)

 Roland SillerDEG - Alex Habermehl
Roland Siller ist seit Mitte Juli neuer Vorsitzender der DEG-Geschäftsführung in Köln. Er folgt auf Christiane Laibach, die seit Juni zum Vorstand der KfW-Bankengruppe gehört. Die DEG ist eine Tochter der KfW und für die Förderung des Privatsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern zuständig. Roland Siller ist Betriebswirt und seit 1993 für die KfW tätig, unter anderem in der Geschäftsbereichsleitung als Verantwortlicher für Strategie und Grundsätze.

Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

Christof Hartmann, Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen, ist neuer Geschäftsführer des Instituts für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg-Essen. Er folgt auf Tobias Debiel, der seit 2006 auf diesem Posten war und als stellvertretender Vorstandssprecher und Projektleiter am INEF bleibt.

Misereor verabschiedet Martin Bröckelmann-Simon

 Martin Bröckelmann-Simonprivat
„Kirchliche Entwicklungszusammenarbeit machen Sie nicht leidenschaftslos; das legen Sie nicht einfach ab.“ Antwort von Martin Bröckelmann-Simon auf die Frage, inwieweit er sich auch im Ruhestand ab September weiter mit Fragen globaler Entwicklung und Gerechtigkeit befassen wird: Nach mehr als 41 Jahren in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit – davon fünf Jahre bei Brot für die Welt und 36 Jahre beim katholischen Hilfswerk Misereor, hier 22 Jahre im Vorstand als stellvertretender Hauptgeschäftsführer – hat Bröckelmann-Simon Ende August seine berufliche Laufbahn beendet. In den 1980er Jahren sei er „mit viel revolutionärer Begeisterung“ in die kirchliche Entwicklungszusammenarbeit eingestiegen, sagt der promovierte Entwicklungssoziologe und Brasilienkenner. Simbabwe wurde damals unabhängig, in Lateinamerika befreiten sich die Bevölkerungen von Militärdiktaturen und die Kirchen seien „am Puls dieser Bewegungen“ gewesen, so Bröckelmann-Simon.

Was macht Menschen stark? Das ist für Bröckelmann-Simon die Leitfrage der Entwicklungszusammenarbeit, zumal der kirchlichen. Ob Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich ist, lässt sich für ihn nicht einfach mit ja oder nein beantworten: „Sie muss lernen, Komplexität auszuhalten und zu gestalten; sie muss herunter vom Podest der Allmächtigkeit und Allzuständigkeit. Wir bleiben Suchende, nicht Wissende.“ 

Die Kirche auch im globalen Süden sieht Bröckelmann-Simon vor der Aufgabe, ihre Position in einer zunehmend heterogenen Zivilgesellschaft zu finden – und zu akzeptieren, dass ihre Stimme nur eine unter vielen ist. Das falle einigen in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit nicht leicht. „Wir müssen es aber aushalten, wenn die auch mit unserer Unterstützung gestärkten Menschen ihre eigenen Wege gehen. Auch solche Wege, die uns möglicherweise nicht so gut gefallen.“

erschienen in Ausgabe 9 / 2021: Die langen Schatten der Gewalt

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