Kolumbien
 Wütend protestieren junge Leute in Buenaventura 2013 gegen das Freihandel­s­abkommen mit den USA.

Fernando Vergara/AP/picture alliance

Kolumbien

Verlierer des freien Handels

Kolumbien hat im Freihandelsabkommen mit den USA 2012 zugesagt, die Rechte von Arbeitskräften zu schützen. In der Hafenstadt Buenaventura aber geht der Handel auf Kosten der Schwachen.

Jhon Jairo Castro Balanta war etwa zwanzig Jahre alt, als er begann, Hafenarbeiter in Buenaventura zu organisieren. Nachdem der Hafen 1993 privatisiert worden war, beobachtete er, wie die Löhne stagnierten. Er wurde Zeuge „von Ausbeutung, der Auslagerung von Arbeitsbereichen, von Diskriminierung, Demütigung“.

Castro Balanta wurde dann Präsident der Gewerkschaft der Hafenarbeiter in Buenaventura und reiste während der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen Kolumbiens mit den USA 2011 nach Washington, um den US-Kongress über die schlechten Arbeitsbedingungen zu unterrichten. Um diese Zeit hätten die Morddrohungen begonnen, erinnert er sich in einem Telefonat von New York City aus. Dort sucht er nun Asyl, im November 2020 musste er aus Buenaventura fliehen.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2021: Die langen Schatten der Gewalt

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