Brüssel
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Wie die EU gegen die Entwaldung kämpft

Um illegalen Holzeinschlag zu bekämpfen, hat die EU ein ausgeklügeltes System ersonnen, das auch eine Lizenzierung des Holzes in Drittländern umfasst. Bislang wird dies aber kaum umgesetzt.

Illegaler Holzeinschlag, so stellte die EU-Kommission bereits im Jahr 2003 fest, verursache enorme Umweltschäden und nehme den betroffenen Ländern hohe Einnahmen. Er stehe in engem Zusammenhang mit Korruption und organisierter Kriminalität und teils mit Gewaltkonflikten. Die Kommission verabschiedete damals ihren Aktionsplan „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor“, auf Englisch abgekürzt FLEGT für „Forest Law Enforcement, Governance and Trade“. Auf ihm bauen zwei Gesetze auf: die FLEGT-Verordnung von 2005 sowie die fünf Jahre später verabschiedete Verordnung über die Verpflichtung von Marktteilnehmern, die Holz und Holzerzeugnisse in Verkehr bringen.

Das Gesetz von 2010 gilt für Holz aus der EU und Drittländern. Es verbietet das Inverkehrbringen illegal geschlagenen Holzes und erlegt denen, die in der EU Holz auf den Markt bringen, entsprechende Sorgfaltspflichten auf. Sie umfassen etwa eine Risikobewertung. Zum Beispiel sollen Firmen berücksichtigen, welche Hölzer häufig illegal geschlagen werden oder in welchen Gegenden solcher Raubbau oft stattfindet.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2021: Das Spiel der großen Mächte

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