Heft 12 / 2021Zum Archiv 2021
Das Spiel der großen Mächte
In unserer vernetzten Welt nutzen Staaten die gemeinsamen Verbindungen durch Handel, Internet oder Migration, um sich gegenseitig zu schaden. China strebt mit großen Ehrgeiz nach geopolitischem Einfluss, das Militär wird vielerorts aufgerüstet. Was bedeutet das für Entwicklungsländer? Schließlich lassen sich globale Bedrohungen wie die Klimakrise oder Pandemien nicht mit Waffen bekämpfen.
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Rückkehr der Geopolitik

Heftschwerpunkt

Konzert der Demokratien Denkmuster wie im Kalten Krieg
Ein Club der Demokratien wird die Welt kaum demokratischer machen. Stattdessen droht er die Staatengemeinschaft zu spalten und einen neuen Kalten Krieg mit China heraufzubeschwören
Gemeinsame Interessen Der Beitrag der EU zur afrikanischen Vision
Afrika will seine Ressourcen selbst kontrollieren und sein Wirtschaftspotenzial besser ausschöpfen. Da bieten sich Chancen für Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika, von der beide profi­tieren können. 
Geopolitik Eine Ära des Unfriedens droht
Der Handel, das Internet, Migration und globale Umweltgefahren verbinden alle Weltteile so eng wie nie zuvor. Doch wie die Partner in einer schlechten Ehe nutzen die Staaten gemeinsame Verbindungen zunehmend, um einander zu erpressen und zu schaden.
China Großer Ehrgeiz im Reich der Mitte
China arbeitet mit allen Mitteln am Aufstieg zur Weltmacht. Dabei setzt es nicht nur auf wirtschaftliche Macht, sondern zunehmend auch auf das Militär. Eine bipolare Weltordnung zeichnet sich ab.
Sicherheitspolitik Großmacht-Denken ist von gestern
Globale Bedrohungen wie Klimakrise und Corona-Pandemien lassen sich nicht mit Waffen bekämpfen. Der Verteidigungsbegriff muss grundlegend überdacht werden.
Konfrontation mit China Indochina in der Zwickmühle
Im Indopazifik wächst die Konfrontation zwischen China und westlichen Industriestaaten. Das setzt die Länder der Region unter Druck, sich für ein Lager zu entscheiden – auch wenn sie das eigentlich nicht möchten.
Afghanistan Schlüsselregion im „Großen Spiel“
Afghanistan spielt im Kalkül verschiedenster Großmächte schon seit Jahrhunderten eine strategische Rolle – nicht umsonst gilt das Land als „Friedhof der Imperien“. Jetzt sucht China dort eine Vormachtstellung. 
Geopolitik Zentralasien behauptet sich gegen die Großen
Zwischen China und Russland gelegen, ist Zentralasien auch für die USA wichtig. Die Staaten der Region wissen das Ringen der Weltmächte um Einfluss geschickt für sich zu nutzen.
Weltwirtschaft „Für viele arme Länder ist die Frage, welche Zukunft sie ohne Globalisierung haben“
Über neuen Protektionismus und Chancen für eine Industrialisierung in Afrika und Südasien. Gespräch mit dem Ökonomen Kunal Sen

Welt-Blicke

Madagaskar Der Discjockey regiert das Land zugrunde
In Madagaskar haben Vetternwirtschaft und der planlose Umgang mit der Corona-Pandemie Tausende weiter verarmen lassen. Nun gärt es selbst im eigenen Lager von Präsident Andry Rajoelina.
Indien Die Wirtschaft wächst, die Kinder bleiben klein
Kinder sind in Indien erschreckend häufig mangelernährt. Fachleute sehen Ursachen dafür in falschen politischen Prioritäten und in der Diskriminierung von Frauen.
Flucht und Migration Kleine Inseln der Menschlichkeit
In Häusern für Migranten finden in Mittelamerika Menschen Rast auf dem Weg nach Mexiko und in die USA. Besonders viele fliehen jetzt vor der Not in Haiti.
Arbeitsmigration Ohne Glück vom Jemen nach Saudi-Arabien
Viele Jemeniten sind zum Arbeiten nach Saudi-Arabien gegangen. Allerdings gibt es dort inzwischen viele Hürden für Einwanderer. Manche kehren deswegen wieder in den kriegszerstörten Jemen zurück.
Frauenkooperative in Afghanistan Selbstständig dank Safran
Die Armut in Afghanistan ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Eine ­Frauenkooperative bei Herat bietet ihren Mitgliedern zusätzliches Einkommen und Respekt. Den Kampf gegen die Not unterstützten bislang auch die Taliban.
Militär Wer profitiert vom Einsatz russischer Söldner in Afrika?
Frankreich hat angekündigt, sich militärisch aus Mali zurückzuziehen. Kommen nun russische Söldner der berüchtigten "Wagner-Gruppe"? Ein Interview mit Andrews Atta-Asamoah vom Institut für Sicherheitsstudien in Pretoria.

Standpunkte

Äthiopien Äthiopien zerfleischt sich
In Äthiopien herrscht ein Bürgerkrieg, der den Vielvölkerstaat zerreißen könnte. Die AU und die EU müssen jede Chance nutzen, die eskalierenden Kämpfe zu stoppen, meint Chefredakteur Bernd Ludermann.
Entwicklungspolitik Es drohen vier magere Jahre
Entwicklungspolitik scheint der künftigen Ampel-Regierung nicht wichtig zu sein.
Gesundheit Gegen Diabetes kämpfen wie gegen AIDS
Fälle von Bluthochdruck und Diabetes sind in Subsahara-Afrika dramatisch gestiegen - zwei Millionen Menschen sterben in Afrika südlich der Sahara jedes Jahr daran. Doch die Krankheiten ließen sich in Schach halten.
Venezuela Warum ermittelt der Strafgerichtshof?
Im Kurzinterview erklärt Geoff Ramsey, Direktor für Venezuela im Washington Office on Latin America, was es mit der Untersuchung des Internationalen Strafgerichtshofs auf sich hat.

Bewegungsmelder

Fünf Fragen "Staatliche Zensur verschärft"
"Wir arbeiten, um uns abzuschaffen", sagt Mohammed Chahrour, Nothilfereferent bei "Reporter ohne Grenzen".
Herausgeberkolumne Wein predigen - Wein trinken
Globale Unternehmen müssen laut UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte die Menschenrechte einhalten. Das sollte auch für die eigene Arbeit gelten, findet Fastenaktion und hat mit der Gemeinwohlbilanz die Probe aufs Exempel gemacht. 

Journal

Global Lokal Bildungsförderung: Neue Themen, aber weniger Geld
Das Entwicklungsministerium hat ein neues Konzept für die entwicklungspolitische Bildung vorgelegt. Die Zivilgesellschaft konnte mitreden, sieht aber dennoch etliche Lücken.
Christentum Christen in Nahost kritisieren ihre Kirchen 
In einem Diskussionspapier über die Situation der Christen im Nahen Osten sprechen Theologinnen und Theologen aus der Region etliche heikle Themen an. Die Kirchenleitungen halten sich mit Stellungnahmen noch zurück. 
Österreich Debatte über die Entwicklungspolitik bis 2024
Bis Jahresende will das österreichische Außenministerium (BMEIA) das neue Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik präsentieren. Diskutiert wird jetzt schon darüber.
Entwicklungspolitik Frischer Wind im Bundestag
Nach der Wahl sortieren sich im Bundestag die Ausschüsse neu. In der Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik gibt es einen Generationenwechsel: Junge Abgeordnete wollen für globale Gerechtigkeit streiten.
Schweiz Steuern sparen zulasten armer Länder
In einem Bericht zeigen Organisationen aus Deutschland und der Schweiz, wie Unternehmen ihre Gewinne aus dem Rohstoffabbau im globalen Süden in die Schweiz verschieben.
Personalia Wer, wo, was?
Die Französin Audrey Azoulay ist zur Unesco-Chefin wiedergewählt worden, Misereor hat einen neuen Geschäftsführer, und Cornelia Füllkrug-Weitzel, die frühere Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe, hat die Eine-Welt-Medaille des BMZ erhalten. Unsere Personalmeldungen im Dezember.
Brüssel Wie die EU gegen die Entwaldung kämpft
Um illegalen Holzeinschlag zu bekämpfen, hat die EU ein ausgeklügeltes System ersonnen, das auch eine Lizenzierung des Holzes in Drittländern umfasst. Bislang wird dies aber kaum umgesetzt.
Bildung „Die Konflikte zeigen, wie brisant eine Schulpflicht sein kann“
Im Südwesten von Äthiopien im Omo-Tal leben Gruppen wie die Hamar und die Nyangatom vor allem von mobiler Viehwirtschaft und vom Wanderfeldbau; diese Wirtschaftsweise wird als agropastoral bezeichnet. Sabrina Maurus hat untersucht, warum es dort so schwierig ist, die Schulpflicht durchzusetzen.