Konfrontation mit China
 Filipinos demonstrieren im Juli 2016 in der Haupstadt Manila gegen Besitzansprüche Chinas auf die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer.

Ted Aljibe/AFP via Getty Images

Konfrontation mit China

Indochina in der Zwickmühle

Im Indopazifik wächst die Konfrontation zwischen China und westlichen Industriestaaten. Das setzt die Länder der Region unter Druck, sich für ein Lager zu entscheiden – auch wenn sie das eigentlich nicht möchten.

Australien hat im September einen neuen Verteidigungspakt mit den USA und Großbritannien unterzeichnet. Vom zuvor geplanten Kauf französischer U-Boote im Wert von 66 Milliarden US-Dollar rückt das Land nun ab, stattdessen möchte es amerikanische und britische Atom-U-Boote erwerben. Paris und andere europäische Regierungen reagierten zunächst konsterniert, das französische Vertrauen in die USA und Australien war erschüttert. Es dauerte einen Monat, bis US-Präsident Joe Biden einräumte, in der Affäre „ungeschickt“ agiert zu haben. Bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kündigten die beiden schließlich an, unter anderem „die Zusammenarbeit im Indopazifik zu verstärken“. 

Im südostasiatischen Teil des Indopazifiks wird das neue Verteidigungs- und Sicherheitsabkommen zwischen Australien, Großbritannien und den USA (AUKUS) mit großer Sorge betrachtet. Die Länder des Verbandes Südostasiatischer Nationen (Asean) sind alarmiert, weil AUKUS, das neben dem besagten U-Boot-Deal auch eine breitere Sicherheitszusammenarbeit mit sich bringt, auf eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen China und den USA hindeutet. 

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erschienen in Ausgabe 12 / 2021: Das Spiel der großen Mächte

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