Ab in die Schule

Heft 1 / 2026

Bildung ist ein Menschenrecht, doch nicht überall auf der Welt können alle Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen. Dabei trägt Bildung stark zur Entwicklung eines Landes bei. Wie wird das gemessen? Wie finden in Nordnigeria und im Jemen trotz Kämpfen und Krieg Unterricht statt? Und welche Rolle spielen islamische Internate in Indonesien?
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Bildung

Heftschwerpunkt

An einer Oberschule in der indischen Großstadt Agartala liest eine Schülerin aus einem Buch vor. In Indien hat sich der Anteil der Frauen mit mindestens einem Bachelor-Abschluss innerhalb von 30 Jahren von 5 auf 25 Prozent verfünffacht.
Bildung ist ein Menschenrecht und weltweit die Basis für gesellschaftliche Entwicklung. Dass Fortschritt möglich ist, zeigen aktuelle OECD-Daten. Doch wie steht es um die Bildungschancen von Mädchen weltweit, welche Rolle spielt die Religion und wie verändert KI das Lernen? Ein Überblick über die Potenziale und Hürden im globalen Süden.
In Indien schaffen öffentliche Gemeindebibliotheken wichtige Lernorte. Benachteiligte Jugendliche organisieren diese Netzwerke oft selbst – gemeinsam mit Freiwilligen und Aktivisten trotzen sie so dem Mangel an staatlicher Unterstützung.
Fast dreihundert Schulkinder wurden von Banditen im ­November 2025 in der Region Nord-Zentral entführt. Rund hundert davon empfängt hier nach ihrer Freilassung im Dezember der Gouverneur des Bundesstaats Niger, ­Mohammed Umaru Bago.
Im Norden Nigerias werden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte immer wieder Opfer von Anschlägen oder Entführungen. Mit Mauern, Wachen und Sicherheitstechnik wird der Schulbetrieb aufrechterhalten.
Auf dem Dach der 1910 gegründeten Internatsschule (Pesantren) Lirboyo in Kediri in Zentral-Java studieren Schüler islamische Schriften. 
Indonesien unterhält das weltweit größte islamische Bildungswesen, dessen Herzstück die Internatsschulen (Pesantren) bilden. Es ist teilweise in das nationale Bildungssystem eingebunden und hat zur Entstehung einer selbstbewussten islamischen Mittelschicht beigetragen.
In der Grundschule nahe Taiz sitzen Schülerinnen und Schüler gedrängt auf dem Boden. Die meisten haben im Krieg schon Kämpfe erlebt.
Im Jemen sind über 3400 Schulen teilweise oder vollständig zerstört. In den Ruinen einer dörflichen Grundschule nahe Taiz im Südwesten des Landes kommen jeden Morgen Kinder aus der Umgebung zum Unterricht zusammen. Es ist ihre einzige Chance zu lernen.
Fortbildung an der MAIA Impact School in Guatemala: Fünf indigene Frauen sitzen mit Laptops und Arbeitsmaterialien an einem Tisch.
Das Bildungsprojekt MAIA Impact School im Süden Guatemalas unterstützt seit 19 Jahren indigene Mädchen und Frauen auf ihrem Weg zu mehr und besserer Bildung – und hat schon allerhand Erfolge verzeichnet.
Deutschland rechnet die Studienplatzkosten für Studierende aus Entwicklungsländern auf die Entwicklungshilfe (ODA) an. 2024 beliefen sich diese Kosten auf 2,2 Milliarden Euro – rund sieben Prozent der Gesamtausgaben. Warum wird das gemacht und warum wird es kritisiert?
Khadim Fall (24), Masterstudent im zweiten Jahr in Fremdsprachen (Spanisch) und Tourismus an der Universität Gaston Berger in St. Louis im Senegal.
In Ländern des globalen Südens ist der Schulbesuch nicht selbstverständlich. Ein Flüchtlingskind aus Äthiopien, ein Student aus dem Senegal, eine Direktorin aus Nepal und eine Lehrerin aus Brasilien sprechen über ihre Erfahrungen mit Schule und Lernen.

Welt-Blicke

Gislene Stacholski im Einsatz – die Leiterin der Sondereinsatztruppe notiert, was ein Mann über seine Arbeitsbedingungen berichtet.
Brasilien ist Pionier bei der Bekämpfung moderner Sklaverei. Eine Brigade spürt im ganzen Land Ausbeuter auf und zieht sie zur Rechenschaft. Auch Großkonzerne haben sie im Visier.
Das marokkanische Königshaus arbeitet seit Jahren daran, das Land als Regionalmacht zwischen Afrika und Europa zu positionieren. Dazu nutzt es auch den Islam und versucht, die in Marokko vorherrschende Lehre zu verbreiten.
In Kenia werden viele Frauen ungewollt schwanger und stehen ohne Hilfe da. Weil sichere Abtreibungen in den ärmsten Vierteln Nairobis unerreichbar sind, sind gefährliche und gesundheitsschädliche Methoden gang und gäbe.
Mitarbeiter der digitalen Bildungsplattform Quizat in ihrem Büro in Damaskus. Der Mangel an Schulen und Nachhilfemöglichkeiten in Syrien macht ihr Angebot attraktiv.
In Syrien entsteht trotz zerstörter Infrastruktur eine neue Generation von Start-ups. Ob Fahrdienste wie YallaGo oder Bildungs-Apps wie Quizat: Syrische Gründer nutzen den Mangel als Motor für technologische Innovation und sozialen Wandel.
Die EKD hat eine neue Friedensdenkschrift vorgestellt. Wie sie ihre Friedensethik einer veränderten Weltlage angepasst hat und wo er Bedenken hat, erklärt der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Bischof Friedrich Kramer.

Standpunkte

Zehn Jahre nach dem wegweisenden Klimaabkommen von Paris gibt es durchaus Fortschritte beim Klimaschutz. Eine Gruppe von 80 Ländern will den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen vorantreiben. Gut so, kommentiert Bernd Nilles, Geschäftsleiter von Fastenaktion.
Reem Alabali Radovans Reformkonzept für ihr Ministerium setzt vernünftige Prioritäten für Zeiten knapper Kassen und entgeht der Versuchung, die Entwicklungspolitik zu überfrachten, meint Tillmann Elliesen.
Dass Großinvestoren aus Eigeninteresse den Umstieg auf grünes Wirtschaften vorantreiben, ist eine Illusion. Wer Klimaschutz will, muss gegen die absurde Vermögenskonzentration vorgehen.
Der Tropenwaldfonds, den der Klimagipfel in Belém beschlossen hat, gilt als einer der wenigen Lichtblicke der Konferenz. Das ist bei näherem Hinsehen zweifelhaft. Problematisch ist sowohl, wie das Geld aufgebracht wird, als auch seine Verwendung, meint Entwicklungsexperte Georg Schäfer.
Seit Kurzem erlaubt die thailändische Regierung Geflüchteten aus Myanmar, offiziell im Land zu arbeiten. Gut so: Das hilft den Geflüchteten ebenso wie der Wirtschaft des Landes, kommentiert Barbara Erbe.

Bewegungsmelder

Wer schwere Straftaten wie Mord, Entführung, Drogendelikte oder Waffenhandel begangen hat, darf künftig nicht mehr begnadigt werden und muss im Gefängnis bleiben - hier das Ikoyi Gefängnis in Lagos.
Mit seiner Begnadigung von 175 verurteilten Straftätern hat der nigerianische Präsident Bola Tinubu im Land für Empörung gesorgt. Schließlich nahm er die Amnestie teilweise zurück
Neue Vorsitzende von VENRO sind Anica Heinlein von CARE Deutschland und Carsten Montag von der Kindernothilfe. Gerd Müller ist erneut zum Generalsekretär der UNIDO ernannt und der frühere irakische Präsident Barham Salih zum nächsten Leiter des UN-Flüchtlingskommissariats gewählt worden. Unsere Personalmeldungen im Februar.
Jermina de Assunção Jersild ChirindzaIch aus Maputo, 26 Jahrfe alt, absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Freien Kinderschule in Frankfurt.
Jermina de Assunção Jersild ChirindzaIch aus Maputo wollte mal raus in die Welt, ihren Horizont erweitern. Dass es dann Deutschland geworden ist, war eher ein Zufall: eine Stellenausschreibung in den sozialen Medien. Jetzt macht es ihr Spaß, in der Freien Kinderschule in Frankfurt zu arbeiten, auch wenn sie sich an das frostige Wetter und an bisweilen frostige Menschen in Deutschland erst gewöhnen muss.

Journal

Lichterfest vor der Kirche von Santo Domingo in Ecuador. In dieser Diözese hat ein deutscher Bischof jahrelang Mädchen und Frauen missbraucht.
Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld aufzudecken, ist immer schwierig. Auch im Fall deutscher Priester, die vor Jahrzehnten in Afrika oder Lateinamerika für deutsche katholische Werke arbeiteten und Abhängige missbrauchten.
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