Seit Januar ist Emily May Büning Ko-Geschäftsführerin des Inkota-Netzwerks in Berlin. Sie teilt sich die Position mit Arndt von Massenbach. Die Juristin war zuletzt politische Geschäftsführerin der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
Die Mitgliederversammlung des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe Venro hat im Dezember einen neuen Vorstand gewählt. Neue Vorsitzende sind Anica Heinlein von CARE Deutschland und Carsten Montag von der Kindernothilfe. Sie folgen auf Martina Schaub von OroVerde und Michael Herbst von der Christoffel-Blindenmission.
UNIDO
Der frühere Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ist erneut zum Generalsekretär der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) ernannt worden. Müller ist – als erster Europäer – seit 2021 auf diesem Posten und tritt nun seine zweite Amtszeit an.
Inkota-Netzwerk
Ein Iraker führt die UN-Flüchtlingshilfe
Die UN-Generalversammlung hat den früheren irakischen Präsidenten Barham Salih zum nächsten Leiter des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR gewählt. Er folgt auf den Italiener Filippo Grandi, dessen Amtszeit Ende des Jahres endet. Salih setzte sich gegen eine Reihe anderer Kandidaten unter anderem aus Deutschland, der Schweiz und Schweden durch. Die Bundesregierung hatte 2024 den SPD-Außenpolitiker Niels Annen nominiert, den derzeitigen Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium.
Barham Salih ist nach Sadako Ogata aus Japan und Sadruddin Aga Khan aus dem Iran erst der dritte Nichteuropäer an der Spitze des 1950 geschaffenen UNHCR. Derzeit unterrichtet Salih an der Harvard University. Der irakische Kurde hat sich nach der US-Intervention in sein Land für den Wiederaufbau engagiert und war zudem in verschiedenen politischen Leitungspositionen in der autonomen irakischen Region Kurdistan. Als neuer UNHCR-Chef wolle er die Flüchtlinge ins Zentrum stellen und helfen, dass sie der Abhängigkeit von Hilfe entkommen und sich neue Perspektiven schaffen können.
Nicholas Haan gestorben
Der Mann, der die in der internationalen humanitären Hilfe genutzte Klassifizierung für Hungerkrisen erfand, ist tot: Der US-Amerikaner Nicholas Haan starb am 2. Dezember mit nur 60 Jahren an Krebs. Vor gut zwanzig Jahren erfand Haan das fünfstufige Schema, nach dem Hilfsorganisationen rund um die Welt heute Nahrungsmittelengpässe und Hungerkrisen klassifizieren, die Integrated Food Security Phase Classification IPC.
Anfang der 2000er Jahre arbeitete Haan für die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO in Somalia, wo nach einer jahrelangen Dürre eine schwere Hungersnot herrschte. Rund 200.000 Menschen hatten nicht genug zu essen, doch Haan fiel auf, dass es keine Möglichkeit gab, die Schwere der Not über standardisierte Verfahren einzustufen und mit anderen Krisen zu vergleichen. In nur einer Nacht, so erklärte er es 2022 in einem Interview, habe er daraufhin ein einfaches fünfstufiges Indikatorensystem skizziert, um Hungerkrisen nach ihrer Schwere zu klassifizieren.
Begonnen hatte Haan seine Laufbahn in den späten 1980er Jahren als Freiwilliger des Peace Corps im ländlichen Kenia, wo er an weiterführenden Schulen Naturwissenschaften unterrichtete. Die Zeit prägte ihn stark, und er verbrachte viel Zeit seines Lebens in der Region, vor allem in Kenia und in Tansania. In den 1990er Jahren arbeitete Haan vor allem in Gesundheitsprojekten in Ostafrika und später für die NASA als Klimawissenschaftler. Zuletzt war er unter anderem als Berater für die FAO tätig. Haan war überzeugt davon, dass innovative Technologien humanitäre Hilfe verbessern können, wenn diese sich dem öffne und ihre Arbeitsweisen überdenke. (ell)
Trauer um Jochen Motte
Pfarrer Jochen Motte, langjähriger Mitarbeiter und zuletzt stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal, ist tot. Er starb am 8. Januar nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren. Mottes Arbeit und Leben waren von der Überzeugung getragen, dass christlicher Glaube untrennbar mit dem Einsatz für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden verbunden ist. In vielen internationalen und ökumenischen Projekten brachte er diese Haltung und sein Engagement für die Menschenrechte in Kirche und Gesellschaft ein.
Jochen Motte wurde am 6. September 1962 in Neunkirchen (Saar) geboren. Er studierte Evangelische Theologie in Wuppertal, Tübingen und Bern und wurde 1990 als Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland ordiniert. 1992 promovierte er an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, im selben Jahr trat er in den Dienst der VEM und war in der Folgezeit maßgeblich an deren Internationalisierung beteiligt. 1993 wurde er in den Vorstand der VEM berufen und übernahm den Arbeitsbereich Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. In den Jahren 2006 bis 2008 sowie von 2011 bis 2024 war er stellvertretender VEM-Generalsekretär.
Motte engagierte sich zudem in vielen auch nicht kirchlichen Initiativen, etwa im Forum Menschenrechte und im Beirat der Bundesregierung für Krisenprävention und Friedensförderung, wo er kirchliche Perspektiven in politische Diskurse einbrachte.
VEM-Generalsekretär Pfarrer Andar Parlindungan sagte, Jochen Motte bleibe „ein bleibendes Vorbild dafür, dass Kirche dort stehen muss, wo Menschen an den Rändern und in Not sind“.
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