Auf der Jagd nach modernen Sklavenhaltern

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Gislene Stacholski in schwarzer Uniform notiert die Aussage eines Arbeiters auf einer brasilianischen Plantage.
Florian Kopp
Gislene Stacholski im Einsatz – die Leiterin der Sondereinsatztruppe notiert, was ein Mann über seine Arbeitsbedingungen berichtet.
Ausbeutung in Brasilien
Brasilien ist Pionier bei der Bekämpfung moderner Sklaverei. Eine Brigade spürt im ganzen Land Ausbeuter auf und zieht sie zur Rechenschaft. Auch Großkonzerne haben sie im Visier.

Die Whatsapp-Gruppe nennt sich „Sisal Bahia“, und die Nachricht ist kurz und knapp: „Treffpunkt morgen um 7.45 Uhr auf dem Hotelparkplatz für ein kurzes Sicherheitsbriefing. Bitte Wasserflaschen und Essen nicht vergessen. Die Autos alle vollgetankt. Abfahrt um 8. Ich bekomme schlechte Laune bei Verzögerungen.“ Schnörkellos – so ist der Stil von Gislene Stacholski, Buchhalterin und Anwältin. Und Teamchefin der brasilianischen Sondereinsatztruppe zur Sklavenbefreiung. 

Wir sind in der Kleinstadt Irecé, im nordbrasilianischen Bundesstaat Bahia. 565.000 Quadratkilometer – eineinhalb Mal so groß wie Deutschland. 15 Millionen Einwohner. Einer der drei Bundesstaaten mit dem höchsten Anteil von Sklavenarbeit. Bahia war einst die Zuckerhochburg des südamerikanischen Landes. Auf den Feldern schufteten vor allem afrikanische Sklaven für weiße Plantagenbesitzer. Brasilien war 1888 das letzte lateinamerikanische Land, das die Sklaverei abschaffte. Doch die Ausbeutung hält sich hartnäckig – nur die Formen wandeln sich. 

Die Sondereinheit – ein Querschnitt Brasiliens

Bundespolizisten wie dieser müssen die Kontrollen absichern.

Schon zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin sind am nächsten Morgen die ersten Sklavenjäger auf den Parkplatz: ein Dutzend Männer und Frauen, junge und ältere, unterschiedlichster Statur und Hautfarbe, Funktionäre aus allen Ecken des Landes – ein Querschnitt Brasiliens. Mitarbeiter des Arbeitsministeriums, der Staatsanwaltschaft, der Ombudsstelle des Bundesstaates. Sechs von ihnen sind schwarz gekleidete Polizisten, mit Glock-Pistolen am Gürtel, einer hat ein Heckler & Koch Sturmgewehr G36 dabei. Polizeichef „alias Dionisio“ steht abseits: angegrauter Dreitagebart, drahtige Statur, verspiegelte Sonnenbrille, den heiligen Michael auf den Arm tätowiert. „Wir müssen diskret aber immer aufmerksam sein, man weiß nie, was einen erwartet“, sagt der 55-Jährige. Deeskalationsstrategien seien das A und O bei diesem Job. Denn Brasiliens Arbeitgeber können rüde sein.

Die Einheit zur Sklavenbefreiung des Arbeitsministeriums gibt es seit 30 Jahren, den Polizeischutz erst seit 2004. Damals wurden drei Inspekteure und ein Fahrer kaltblütig erschossen, als sie Bohnenplantagen besuchten. Seither ist der 28. Januar in Brasilien der Gedenktag zur Bekämpfung moderner Sklaverei. Der Prozess gegen die Mörder ging erst 2024 zu Ende. Der letzte Verurteilte war einer der Auftraggeber. Er war nicht nur Großgrundbesitzer, sondern auch Bürgermeister. Zuletzt gehörte er der Partei des ultrarechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro an, der Arbeits- und Umweltgesetze für überflüssige Hindernisse hielt und aufweichte. Der Kampf gegen die Ausbeutung ist auch einer gegen die Mentalität eines Teils der brasilianischen Elite.

Chefin Stacholski kommt fünf Minuten nach allen anderen auf den Parkplatz, mit einem Lächeln und einem munteren „Guten Morgen“ auf den Lippen. Sofort bildet sich ein Kreis um die 1,60 Meter kleine Frau aus dem Bundesstaat São Paulo. Schwarzes, glattes Haar, kräftige Figur, das schwarze Dienst-Poloshirt figurbetont. Die 50-jährige gelernte Buchhalterin ist seit 14 Jahren bei der Sondereinsatztruppe gegen moderne Sklaverei. Ein paar Wochen im Büro des Ministeriums in Brasilia, dann eine Woche im Feld, danach Papierkram im Homeoffice. Viele Tausend Kilometer im Jahr auf der Straße, viele Überstunden, eine Menge Anfeindungen bis zum Rechtsstreit. Ein Job, für den man brennen muss, sagt sie. 

Moderne Sklaverei hat nichts mit Afrikanern in Ketten zu tun

Sie hat Haarsträubendes gesehen in all den Jahren: Näherinnen, die von Menschenhändlerringen aus Bolivien gebracht und wie Gefangene gehalten wurden, Kaffeepflücker, die in Baracken hausten und verdorbenes und überteuertes Essen vorgesetzt bekamen, verängstigte Frauen in der Zwangsprostitution. Moderne Sklaverei, so erklärt es Stacholski, habe nichts mit Afrikanern in Ketten zu tun. „Das brasilianische Gesetz zählt vier Tatbestände dazu: Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, entwürdigende Arbeitsbedingungen und erschöpfende Arbeitszeiten.“ 

Das Gesetz kennt keine Gnade und die Brigaden kennen kein Pardon. Die Liste der erwischten Firmen ist lang und reicht von den Autobauern VW do Brasil und BYD über JBS, einen der größten Fleischkonzerne weltweit, bis hin zu lokalen Baulöwen und Kaffeebaronen. Im September wurde VW do Brasil nach einem jahrelangen Prozess zu 26 Millionen Euro Strafe wegen moderner Sklaverei verurteilt. Der deutsche Autohersteller beutete in den 1970er Jahren Landarbeiter auf einer Rinderfarm im Amazonas aus; Zeugen berichteten von Arbeitslagern mit Schuldknechtschaft, Sieben-Tage-Wochen und Folter.

Autorin

Sandra Weiss

ist Politologin und freie Journalistin in Mexiko-Stadt. Sie berichtet für deutschsprachige Zeitungen und Rundfunksender aus Lateinamerika.

Nicht alle Fälle sind so drastisch, die meisten befinden sich in einer Grauzone der Informalität, wo der Arbeiter keine Rechte hat und das volle Risiko trägt – für Unfälle, für Missernten, für Preisverfall. „Informalität ist so alltäglich in Brasilien, dass es eine Herausforderung ist, das nicht zu normalisieren“, sagt Stacholski und verrät auch das Motto, das sie ihrem Team einbläut: „Seid empathisch, versetzt euch in die Lage des Arbeiters. Wenn es für euch inakzeptable Zustände sind, dann gilt das auch für andere.“ Einen Spruch hört sie oft. „Das war doch schon immer so; die Arbeiter wollen das nicht anders.“ Gegen diese Normalisierung der Ausbeutung kämpft sie. Ihre Antwort darauf ist kurz und lässt keinen Widerspruch zu. „Gesetz ist Gesetz.“

Drei Stunden Fahrt durch die Trockensteppe des Sertão

Es geht drei Stunden in Karawane mit über 100 Stundenkilometern über schnurgerade Überlandstraßen durch den Sertão, die Trockensteppe im Nordosten. Den Einsatzort kennen nur Stacholski, deren Team Wochen zuvor undercover in der Region recherchiert hat, und Dionisio. Links und rechts zieht Gestrüpp am Autofenster vorbei. Der Boden ist tiefrot und sandig. Am Horizont erheben sich Hügel mit Windrädern. Manchmal sind ein paar Kühe oder Ziegen zu sehen. Die drückende Hitze macht schläfrig, die Luft flimmert. Dann plötzlich knarzt es im Funkgerät: „In einem Kilometer biegen wir rechts ab“, kündigt Stacholski kurz nach Várzea Nova an. Der Adrenalinpegel steigt rasant.

Der Feldweg ist trocken; die Autos wirbeln eine Staubwolke auf. Nach einem halben Kilometer hält der erste Polizeiwagen abrupt vor einem Holzzaun. Dahinter strecken Agaven ihre schmalen, harten Arme in den Himmel wie eine erschreckte Krake, am spitzen Ende ist jedes der Blätter mit einem Stachel versehen: Es ist eine Sisalplantage. Das grüne Gold des Sertão. Die Fasern der Agaven dienen zur Herstellung von Teppichen, Seilen, Taschen und Kleidern. 140.000 Tonnen produziert Brasilien, fast ausschließlich in Bahia. Die Fasern werden exportiert, auch nach Europa. Deutschland ist ein Abnehmer. Beliebt sind Sisalprodukte vor allem bei Ökokonsumenten. Im Gegensatz zu Kunstfasern verschmutzen sie die Umwelt nicht, wenn sie verrotten, sondern dienen sogar noch als Dünger.

Auch mit einer Drohne sind hier keine Arbeiter mehr zu finden

Die Polizisten springen aus ihren Geländewagen, rütteln am Gatter, doch es ist mit einem Vorhängeschloss verriegelt. Sie klettern kurzerhand über die Absperrung und laufen zu einer dahinterliegenden Lehmhütte: zu spät. Die Arbeiter haben Wind bekommen. Die Hütte ist leer, an der Wand lehnen fleckige Matratzen, und über dem Lagerfeuer brodelt noch der Mais in einem verrußten Topf. Messer, Macheten und ein paar Klamotten liegen unordentlich herum. Die Hütte ist mit einem löchrigen Wellblech gedeckt.

Ein Ermittler lässt eine Drohne steigen. Doch auch aus der Luft ist niemand zu entdecken. Es kommt oft vor, dass Landbesitzer ihren Arbeitern einbläuen, vor staatlichen Kontrollen zu fliehen, weil ihnen sonst „Unangenehmes“ passieren könnte.

Die erwischten Firmen landen auf der „schwarzen Liste“

Stacholski ist enttäuscht. „Vor ein paar Jahren waren wir schon einmal in der Gegend und haben Dutzende von Arbeitern befreit“, erzählt sie. Damals gelang es ihr, die Lieferkette bis zum Exporteur Sisalândia Fios Naturais aufzudecken. Die Firma wies jegliche Verantwortung von sich. Das seien in der Branche gängige Praktiken, argumentierte der Anwalt, man könne nicht bei jeder einzelnen Ladung die Herkunft überprüfen. Doch die Staatsanwaltschaft verdonnerte sie zu umgerechnet 160.000 Euro Strafzahlung. Zusätzlich landen die erwischten Firmen auf der „schwarzen Liste“. Die ist öffentlich einsehbar und wird auch beispielsweise an US- und EU-Behörden übermittelt. Das bedeutet für die Firmen einen Imageschaden, den Ausschluss von staatlicher Förderung, Probleme mit Kunden und Bankkrediten. Derzeit stehen 155 Firmen auf der Liste. Zweimal im Jahr wird sie aktualisiert, zwei Jahre bleiben die Firmen dort registriert und werden engmaschig vom Arbeitsministerium kontrolliert. Trotzdem werden viele rückfällig.

Stacholskis Truppe bekämpft diese Strukturen. Es ist eine Sisyphos-Arbeit. Gerade drei nationale Brigaden gibt es und eine Handvoll regionaler – in einem Land mit 200 Millionen Einwohnern. Stacholskis Schwerpunkte sind Sisal, Steinbrüche und die Carnauba-Palme, deren Wachs in der Kosmetikindustrie gefragt ist. Je mehr Fälle sie aufdeckt, umso handfester die Beweise und desto größer die Wahrscheinlichkeit, diejenigen zu erwischen, die am meisten Profit mit der Ausbeutung machen. Doch oft kommt sie nur zu den Zwischenhändlern, und spätestens bei den Exporteuren ist Schluss. Die Herkunft der Rohstoffe zu verfolgen, das ist für die meisten Importländer zu viel Bürokratie. Sklavenarbeit steckt in vielen Produkten, die global gehandelt werden. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation sind fast 28 Millionen Menschen moderne Arbeitssklaven. 

Unter Mindestlohn: 30 Euro für tausend Kilo Agavenblätter

Auf der zweiten Sisalplantage haben die Ermittler Glück. Sie erwischen 15 Arbeiter, Frauen und Männer. Ausgemergelte Gestalten mit wettergegerbten, furchigen Gesichtern. Einem fehlt ein halber Zeigefinger, einer ist auf einem Auge blind. Ein Arbeitsunfall: Ein Agavenstachel hat die Netzhaut durchbohrt. Einer ist noch minderjährig. Sie sind verunsichert. Stacholski beruhigt sie, es werde ihnen nichts passieren, man wolle nur etwas über die Arbeit erfahren.

Arbeiter einer Sisalplantage schildern Luciana Rios (links) von der Sondereinsatzgruppe, unter welch gesetzwidrigen Bedingungen sie schuften müssen.

Alexandra Borges ergreift als Erste das Wort. Pro Woche bekomme sie 200 Reais (rund 30 Euro), erzählt die 44-jährige, stämmige Frau. Der gesetzliche Mindestlohn ist 54 Euro. Mindestens tausend Kilo Agavenblätter muss sie dafür bis zum Abholtag am Freitag geschnitten haben, weniger nehme Carlos, der Käufer, nicht mit. Das Schneidemesser kauft die dreifache Mutter selbst, ihr Mittagessen nimmt sie mit. Wohin die Faser geht, weiß sie nicht, nur dass ihr Chef Mundinho das Sisal in Várzea Nova weiterverkauft und davon einen Prozentsatz an den Landbesitzer zahlt, dessen Anwesen sie bewirtschaften. Die Maschine zur Entkernung der Faser gehöre auch Mundinho.

Borges hat sieben jüngere Geschwister, seit sie neun ist, arbeitet sie auf den Sisalfeldern. „Meine Eltern waren arm“, sagt die 44-Jährige, während ihr Mann Manuel die Fasern zum Trocknen auf Holzgestänge in die Sonne hängt. „Hier zahlt niemand den Mindestlohn, und es gibt keine anderen Jobs“, fügt sie hinzu. „Wenn mich auf dem Feld ein Skorpion sticht, muss ich mir die Medizin in der Apotheke kaufen. Wir haben hier keine Rechte, keine Versicherung, nichts.“ Das Geld reiche nicht zum Überleben, sie sei ständig verschuldet und müsse manchmal bei Nachbarn um Lebensmittel betteln. Über die Inspektion freut sie sich: „Diese Arbeit ist unwürdig; es wird Zeit, dass sich was ändert.“ 

Plackerei – der Mann von Alexandra Borges hängt Sisalfasern zum Trocknen auf.

Stacholski macht Notizen in einem Block. Das Wort Sklaverei ist tabu, hat sie ihrer Truppe eingebläut. Es ruft zu viele negative Assoziationen hervor – bei Opfern und Tätern. Doch Borges hat damit kein Problem: „Ein bisschen fühle ich mich schon wie eine Sklavin, gefangen und ohne Ausweg.“ Das Team berät derweil im Schatten eines Akazienbaums. „Die Sisalfirmen haben den Modus Operandi gewechselt. Jetzt übernachten die Arbeiter nicht mehr auf dem Feld wie früher, und die Faser wird über noch mehr Zwischenhändler verkauft“, stellt Stacholski verärgert fest. Doch so leicht gibt sie nicht auf. 

Die Einsatztruppe legt die Sisalplantage erst einmal still

„Hier, das ist für Mundinho“, sagt sie und überreicht Borges ein amtliches Schreiben, das ihre Assistentin mit einem Laptop und einem Minidrucker unter dem Baum aufgesetzt, ausgedruckt und abgestempelt hat. Die Abgleichung mit Datenbanken hat erbracht: Mundinho ist Wiederholungstäter und heißt mit amtlichem Namen Raimundo Souza de Jesus. „Die Schälmaschine wird stillgelegt, die Plantage verriegelt. Ich erwarte ihn morgen um zehn Uhr im Amtsgericht von Várzea Nova“, sagt sie und dreht sich um. 

Várzea Nova ist ein staubiges Straßendorf: ein paar Lehmhäuser, eine Tankstelle, eine Kirche, eine Schule und ein paar Tante-Emma-Läden. Mundinho gehört zur lokalen Elite. Ihm gehören ein Geschäft für Baubedarf, ein Supermarkt, eine Motorradreparatur. Er ist einer, der sich hochgearbeitet hat, der mehr Glück im Leben hatte. Und der nun eben ohne großes Hinterfragen das tut, was Erfolgreiche in seiner Gegend so tun: billig kaufen, teurer verkaufen. 

Am nächsten Morgen ist er pünktlich zur Stelle. Stacholski erklärt, was sie vorgefunden haben und gegen welche Gesetze er verstoßen hat. Dann will sie wissen, an wen er die Fasern weiterverkauft. Der Händler nennt einen Namen und eine Telefonnummer. Stacholski schreibt ihn in ihr Notizbuch, unterstrichen. Den wird sich in ein paar Wochen die Staatsanwaltschaft genauer vorknöpfen. 

Die Bußgelder werden für Starthilfen verwendet

Bei Stacholski geht es nur ums Administrative: Für jeden Arbeiter wird eine saftige Nachzahlung fällig: der fehlende Betrag zum Mindestlohn plus Sozialversicherungsabgaben. Insgesamt umgerechnet rund 17.000 Euro. Und zwar innerhalb von 24 Stunden, zahlbar jedem Arbeiter in bar oder per Sofortüberweisung mit dem staatlichen Digitalwallet Pix in Anwesenheit der Ermittler, erklärt sie. Mundinhos Anwalt jammert, so viel Geld sei so schnell nicht aufzutreiben. Stacholski ist unbeeindruckt. Er könne allenfalls mit dem Ombudsmann und dem jeweiligen Arbeiter Ratenzahlungen vereinbaren, sonst sehe man sich vor Gericht wieder – und dann drohen saftige Strafzahlungen. Keine zehn Minuten später unterschreibt der Anwalt. 

Am nächsten Tag treffen sich der Zwischenhändler und die Arbeiter in den winzigen Gerichtsbüros. Sie sind frisch geduscht, haben das beste T-Shirt angezogen und die Sonntagsschuhe herausgeholt. Alexandra Borges und ihr Mann bekommen zusammen rund 2250 Euro. „Davon können wir die Schulden in den Geschäften bezahlen, das Motorrad und das undichte Dach reparieren lassen und mindestens drei Monate sorglos leben“, freut sich Alexandra. Und danach? Die Frage lässt sie kurz verstummen. 

Danach, fällt Stacholski ein, gibt es die Möglichkeit, dass ihr euch zusammentut und eine Produktionsgenossenschaft gründet. Es ist ein neues Programm des Arbeitsministeriums, finanziert durch Bußgelder aus Prozessen gegen die Sklavenhalter. Fünf solcher Vereinigungen sind bereits im Aufbau, drei im Sisal und zwei in der Schaf- und Ziegenzucht. Begleitet und geschult werden die Gruppen von Experten. „Von der Arbeitssklavin zur Unternehmerin?“, fragt Borges ungläubig. Und plötzlich tut sich eine ganz neue Welt vor ihr auf. Ein paar Tage später entschließen sich fünf der Befreiten dazu, dem Programm beizutreten und gemeinsam eine Hühnerfarm aufzumachen. 
 

Die Reportage wurde unterstützt von Real21 und der VG Bildkunst.

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erschienen in Ausgabe 1 / 2026: Ab in die Schule
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