Die Weltgemeinschaft hat sich im Jahr 2015 in Paris verpflichtet, die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dennoch steigen CO2-Emissionen und Temperaturen weiter an. Das Leben von Millionen Menschen ist bedroht, Milliarden spüren die Klimaerwärmung im Alltag. Angesichts dieser Realität sind die Ergebnisse der jährlichen Weltklimakonferenzen immer wieder ernüchternd, auch die der COP30 im November 2025 im brasilianischen Belém. Es bleibt eine enorme Aufgabe, 195 Nationen dazu zu bringen, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen.
Es macht aber Mut, dass die bisherigen Maßnahmen auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens durchaus wirken. Der bei der COP30 präsentierte NDC-Synthesebericht 2025, der die aktualisierten nationalen Klimaziele von 64 Ländern zusammenfasst und Klimaschutzbemühungen bewertet, zeigt, dass die Welt auf Kurs ist, die CO2-Emissionen bis 2035 gegenüber 2019 um 12 Prozent zu reduzieren. 2015 drohte noch eine globale Erwärmung von 3,6 Grad Celsius bis 2100. Mittlerweile gibt es eine Chance auf 2.6 Grad – vorausgesetzt, die Länder erreichen ihre bereits gefassten Klimaziele. Gleichzeitig einigte man sich in Belém auf Bemühungen, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen – erkannte allerdings das Risiko an, dass dies möglicherweise nicht mehr zu schaffen ist.
Der CO2-Ausstoß steigt weiter, wenn auch langsamer
Erfreulich ist auch, dass laut einer Studie des Energie-Thinktanks Ember bereits heute mehr Energie mit erneuerbarer Energie als mit Kohle erzeugt wird. Leider nimmt dabei aber der Gesamtenergieverbrauch noch immer zu, und fossile Energie, etwa Kerosin für den Flugverkehr, wird weiterhin von sehr vielen Ländern steuerlich subventioniert. Dies trägt dazu bei, dass der weltweite CO2-Ausstoß weiter steigt, wenn auch langsamer als früher. Die positiven Entwicklungen ebenso wie die ernüchternden Fakten sollten uns anspornen, unsere Ambitionen zu steigern. In Belém hat sich unter der Leitung von Kolumbien und Brasilien eine Gruppe von 80 Ländern formiert, die das Tempo beim Klimaschutz erhöhen möchten, darunter auch die Schweiz und sämtliche EU-Staaten.
Diese „Koalition der Willigen“ will vor allem den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben. Kolumbien und die Niederlande werden dazu im April zu einer Weltkonferenz in Santa Marta, Kolumbien, einladen. Wenn die 80 Länder dann tatsächlich handeln, wird sich dies positiv auf die ganze Welt auswirken. Ermutigend ist auch, dass Brasilien direkt im Anschluss an die COP30 die Erarbeitung einer nationalen Strategie zum Ausstieg aus den fossilen Energien lanciert hat.
COP30 legte einen Fokus auf ethische Aspekte
Erfreulich an der COP30 war schließlich auch der Fokus auf ethische Aspekte wie den „Ethical Stocktake“ und die Beschlüsse über eine sozial gerechte Transformation. Mit seinem Lehrschreiben „Laudato Si“ redete Papst Franziskus vor zehn Jahren den Staatschefs der Welt ins Gewissen und betonte, es sei die Aufgabe aller, für unser gemeinsames Haus zu sorgen und das Klima zu schützen.
Genau hier hat die COP angeknüpft und ethische Prinzipien präsentiert, die gemeinsam mit der in Belém sehr präsenten Zivilgesellschaft erarbeitet worden waren.
Die Weltgemeinschaft bewegt sich zunehmend in die richtige Richtung, aber sie muss das Tempo erhöhen. Die „Koalition der Willigen“ könnte dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.
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