Schweiz
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Steuern sparen zulasten armer Länder

In einem Bericht zeigen Organisationen aus Deutschland und der Schweiz, wie Unternehmen ihre Gewinne aus dem Rohstoffabbau im globalen Süden in die Schweiz verschieben.

Als Beispiel führt die Ende Oktober veröffentlichte Studie Socfin ins Feld, einen börsennotierten Konzern mit Sitz in Luxemburg, der vor allem in Westafrika und Südostasien Kautschuk- und Palmölplantagen unterhält. Ein großer Teil des Kautschuks wird laut dem Bericht über eine Tochterfirma gehandelt, die im Schweizer Kanton Freiburg ansässig ist. Eine weitere Tochterfirma in Freiburg kümmere sich unter anderem um das Management der Plantagen und stelle konzernintern Dienstleistungen zur Verfügung. 

Der Bericht des Netzwerks Alliance Sud, der Hilfsorganisation Brot für alle und des deutschen Netzwerks Steuergerechtigkeit analysiert die Gewinne pro Mitarbeiter in den verschiedenen Ländern und stellt eine sehr ungleiche Verteilung fest: In den afrikanischen Ländern, in denen Socfin tätig ist, machte der Konzern 2020 einen Profit von gut 1600 Euro pro Mitarbeiter. Ganz anders bei den Schweizer Socfin-Töchtern: Sie verzeichneten laut dem Bericht im letzten Jahr einen Gewinn von 116.000 Euro pro Mitarbeiter, also rund 70 Mal mehr als in Afrika. 

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erschienen in Ausgabe 12 / 2021: Das Spiel der großen Mächte

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