Schweiz
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Ausweg aus der Datenwüste

Präzise Entwicklungshilfe braucht Daten. An denen fehlt es in vielen Ländern oder sie sind nicht zugänglich. Eine von der Schweiz beauftragte Studie zeigt am Beispiel Somalia, wo die Probleme liegen.

Das UN-Weltdatenforum hat Anfang Oktober in Bern einen Pakt verabschiedet, der betont, wie wichtig verlässliche Daten etwa zu Armut und Ungleichheit in einem Land sind, um die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen. Die Staatengemeinschaft wird aufgerufen, unter anderem Kapazitäten zur Datenerhebung auszubauen und „Datenpartnerschaften“ zu schaffen, um die internationale und nationale Zusammenarbeit, etwa beim Austausch von Daten, zu verbessern. 

Für Thomas Gass, Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und einer der Redner beim Weltdatenforum, sind „Datenwüsten“ eines der größten Probleme. In vielen Ländern mit niedrigem Einkommen würden keine Bevölkerungszählungen und -befragungen durchgeführt, was es unmöglich mache, dort die Armutsentwicklung detailliert zu berechnen. Das habe weitreichende Folgen insbesondere für ärmere und verletzliche Bevölkerungsgruppen, die „in aggregierten Daten und den daraus berechneten Durchschnittswerten untergehen“. Daten etwa zu Einkommen und Lebensstandard müssten nach einzelnen Bevölkerungsgruppen aufgeschlüsselt werden, um Entwicklungsmaßnahmen zielgenau durchführen zu können, sagt Gass. 

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erschienen in Ausgabe 12 / 2021: Das Spiel der großen Mächte

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