Flucht und Migration
 Migranten aus Honduras machen auf ihrem Weg in die USA Pause in der Hauptstadt Guatemalas.

Andreas Boueke

Flucht und Migration

Kleine Inseln der Menschlichkeit

In Häusern für Migranten finden in Mittelamerika Menschen Rast auf dem Weg nach Mexiko und in die USA. Besonders viele fliehen jetzt vor der Not in Haiti.

Vor einer Metalltür im alten Zentrum von Guatemala-Stadt wartet eine Gruppe Migrantinnen und Migranten, Erwachsene und Kinder, eng gedrängt auf Einlass. Für die Sozialarbeiterin Carina Lopez sind solche Menschenansammlungen normal, auch jetzt in Zeiten von Covid. „Hier im Haus des Migranten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Pandemie Menschen nicht davon abhält, ihre Heimat zu verlassen. Im Gegenteil: Viele sehen die Migration als eine Möglichkeit, ihr Überleben zu sichern.“

In Mittelamerika wächst die Zahl der Personen, die in Lumpen gekleidet durch von Corona geplagte Länder ziehen. Für viele war die Corona-Krise der letzte Anstoß, die Armut in ihrer Heimat hinter sich zu lassen. Das Virus hat die schon zuvor schwachen Volkswirtschaften Mittelamerikas und der Karibik weiter ausgebremst. In manchen Monaten lassen über hunderttausend Menschen alles zurück in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder. Das Ziel der meisten: die USA. 

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erschienen in Ausgabe 12 / 2021: Das Spiel der großen Mächte

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