Inklusion in Mosambik
 José Diquinssone hat als Präsident der Blindenvereinigung Mosambiks erreicht, dass sich immer mehr Lehranstalten für Blinde öffnen.

Rainer Kwiotek / Zeitenspiegel

Inklusion in Mosambik

„Bildung war mein Sprungbrett“

Vom schüchternen Studenten mit Sehbehinderung zum geachteten Anwalt der Menschenrechte: Mit elf Jahren erblindet José Diquinssone; in seiner Heimat Mosambik kann ein solches Schicksal die Zukunft kosten. Doch heute ist Diquinssone ein gemachter Mann und kämpft in seinem Land für die Inklusion von behinderten Menschen.

Der elfjährige Junge hat hohes Fieber und rote Punkte überall am Körper. Eine Woche lang quält er sich. Für die Fahrt in das sechzig Kilometer entfernte Krankenhaus haben die Eltern kein Geld, sie müssen es sich erst bei Nachbarn zusammenstottern. Als sie in der Klinik ankommen, ist es zu spät: José Diquinssone ist unheilbar erblindet. In armen Ländern wie Mosambik, wo viele Kinder unter Vitamin-A-Mangel leiden, ist das nicht selten die Folge einer Maserninfektion. 

Josés Mutter weint tagelang. Dass ihr Sohn plötzlich blind ist, ist für sie, als sei er gestorben. Sie weiß, wie schwer er es haben wird. Blinde und Menschen mit Behinderung werden in Mosambik häufig gemieden – im Glauben, dass auf ihnen ein böser Fluch lastet. 

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erschienen in Ausgabe 4 / 2022: Streiten für die Menschenrechte

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