Wie alle Nilanrainer gewinnen können

Staudammprojekt
Äthiopiens neuer Großstaudamm am Nil führt seit Baubeginn 2011 zu Streitigkeiten mit den Anrainern Sudan und Ägypten. Ein britisches Forscherteam erklärt, wie alle Seiten von dem Projekt profitieren könnten.

Es wird noch Jahre dauern, bis Äthiopiens mehrere Milliarden US-Dollar teurer Große Renaissance-Staudamm (GERD) am Blauen Nil und sein gigantisches Wasserkraftwerk fertig sind. Der Stausee in Äthiopien wird jetzt nach und nach gefüllt, aber die Nachbarstaaten Ägypten und Sudan fürchten, dass als Folge zu wenig Wasser Richtung Norden fließt, was dort Landwirtschaft und Industrie gefährdet.

Der britische Ingenieurwissenschaftler Mohammed Basheer und seine Koautoren haben nun mit Hilfe künstlicher Intelligenz ein Modell erstellt, wie der Klimawandel in den kommenden Jahren den Wasserstand im Nilbecken und die Wirtschaft in Äthiopien, Ägypten und im Sudan beeinflussen wird. Darin entwerfen sie auch mehrere mögliche Szenarien, wie der Staudamm dazu beitragen kann, in allen drei Ländern sowohl den Wassermangel als auch Überschwemmungen zu minimieren.

Im Prinzip lautet das Zauberwort: Kompromiss. So sollte Äthiopien in Zeiten von Wassermangel und Dürre vermehrt Wasser nach Ägypten passieren lassen – und die Schleusen wieder dichtmachen, sobald die Regenzeit einsetzt. Über die Fragen, ab welchem Wasserstand man von einer Dürre reden kann, welche Wassermengen in etwa aufgestaut oder durchgeleitet werden sollen, ob es ein verbindliches Rechtssystem dazu geben soll oder wer letztlich die Entscheidungen trifft, zeichnet sich zwar zwischen den betroffenen Staaten bislang keine Einigkeit ab. Aber einen Beitrag der Wissenschaft zu einer Lösung sehen die Autoren darin, dass sie in ihrer Studie eine „Win-Win-Situation“ aufzeigen, die alle drei Länder zum Kompromiss und zur Kooperation motivieren kann.

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