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Ihre Linien erzählen von Flüssen, Pflanzen, Beziehungen und spirituellen Verbindungen – und bewahren ein Wissen darüber, wie Mensch und Natur miteinander verbunden sind. Mit ihrer Kunst schafft die peruanische Künstlerin zugleich Sichtbarkeit für den Schutz ihres Territoriums, ihrer Kultur und des Regenwaldes.
Wenn Sara Flores ihre Baumwollstoffe bemalt, entstehen keine dekorativen Muster im klassischen Sinn. Ihre Werke sind visuelle Landkarten einer Weltanschauung, die auf der Tradition des Kené beruhen, eines komplexen Systems aus verschlungenen Linien, geometrischen Netzen und rhythmischen Formen, die für das indigene Volk der Shipibo-Konibo eine Verbindung zwischen Menschen, Natur, Geist und Kosmos darstellen.
1950 in der Gemeinde Tambo Mayo am Ucayali-Fluss geboren, hat sie ihre künstlerische Sprache nicht in Kunstschulen oder Museen entwickelt, sondern innerhalb ihrer Familie: die Herstellung des Kené lernte sie von ihrer Mutter, und heute gibt sie das Wissen an ihre Töchter weiter. Denn Kunst ist keine individuelle Tätigkeit, sondern ein gemeinschaftlicher Prozess – und Kené weit mehr als ein Muster: Die Linien können Flüsse, Pflanzen, Tiere, menschliche Beziehungen oder spirituelle Verbindungen darstellen. In Flores’ Arbeiten entstehen daraus komplexe Netzwerke, die an Flussläufe, Nervensysteme oder kosmische Strukturen erinnern.
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