Lieber Herr Lohmann,
ich lasse mal die Details beseite und beschränke mich auf einen Kernpunkt: Der Wähler ist der Souverän. Klar - geschenkt. Man muss aber schon genau sagen, was das bedeutet: Es heißt, dass der oder die berechtigt ist zu regieren, hinter dem eine Mehrheit der gewählten Abgeordneten steht. Aber ERSTENS: Niemand ist verpflichtet, Entscheidungen der Volksvertreter richtig zu finden - auch wenn sie legitim sind. ZWEITENS: Ob diese Entscheidungen in Einzelfragen - zum Beispiel Kohle, Migration oder Hartz 4 - der Ansicht der Bevölkerung zu diesen Fragen entsprechen, darüber sagen Wahlergebnisse nichts. Deshalb versuchen Demografen diese Ansichten mit mehr oder weniger überzeugenden Mitteln festzustellen. Selbst wenn das gelingt, gilt: Auch die Mehrheit hat nicht immer recht, sie ändert ihre Meinung offensichtlich öfters und sie wird dabei davon beeinflusst, wie Politiker/innen, Medien und andere Meinungsführer die Debatte strukturieren. Das Argument "Die Bürger wollen es so" ist dabei oft eine bequeme Ausrede oder ein Versuch, Leute, die anderer Ansicht sind, abzutun. Es ist weder die Aufgabe von Politiker/innen noch die von Journalist/innen, nachzuplappern, was gerade die Mehrheitsmeinung ist oder was irgendjemand dafür ausgibt. Da bleibe ich lieber außerhalb des Mainstream, benutze den eigenen Kopf und versuche, mich und Teile des Souveräns ins Nachdenken zu bringen.
Beste Grüße, Bernd Ludermann
Lieber Herr Lohmann,
ich lasse mal die Details beseite und beschränke mich auf einen Kernpunkt: Der Wähler ist der Souverän. Klar - geschenkt. Man muss aber schon genau sagen, was das bedeutet: Es heißt, dass der oder die berechtigt ist zu regieren, hinter dem eine Mehrheit der gewählten Abgeordneten steht. Aber ERSTENS: Niemand ist verpflichtet, Entscheidungen der Volksvertreter richtig zu finden - auch wenn sie legitim sind. ZWEITENS: Ob diese Entscheidungen in Einzelfragen - zum Beispiel Kohle, Migration oder Hartz 4 - der Ansicht der Bevölkerung zu diesen Fragen entsprechen, darüber sagen Wahlergebnisse nichts. Deshalb versuchen Demografen diese Ansichten mit mehr oder weniger überzeugenden Mitteln festzustellen. Selbst wenn das gelingt, gilt: Auch die Mehrheit hat nicht immer recht, sie ändert ihre Meinung offensichtlich öfters und sie wird dabei davon beeinflusst, wie Politiker/innen, Medien und andere Meinungsführer die Debatte strukturieren. Das Argument "Die Bürger wollen es so" ist dabei oft eine bequeme Ausrede oder ein Versuch, Leute, die anderer Ansicht sind, abzutun. Es ist weder die Aufgabe von Politiker/innen noch die von Journalist/innen, nachzuplappern, was gerade die Mehrheitsmeinung ist oder was irgendjemand dafür ausgibt. Da bleibe ich lieber außerhalb des Mainstream, benutze den eigenen Kopf und versuche, mich und Teile des Souveräns ins Nachdenken zu bringen.
Beste Grüße, Bernd Ludermann